Dann werden auch die Superdelegierten sich auf einen Kandidaten für den Parteitag im August festlegen. Barack Obama dürfte die demokratische Nominierung gewinnen. Und ein Seufzer der Erleichterung wird sich breitmachen.
Sehnsucht nach Ferien
"Das Land will Sommerferien", sagte die demokratische Analystin Jenny Backus, die für keine der beiden Bewerberkampagnen aktiv ist. "Wir haben einen Zeitpunkt erreicht, an dem das Land absolut glücklich wäre, wenn die Nominierten weggehen und ihre Vizepräsidenten bestimmen könnten."
Früher Start
Der Vorwahlkampf endet in diesem Jahr nicht nur spät, er begann auch ungewöhnlich früh: Schon am 3. Jänner wählten traditionell die Bürger in Iowa als Erste. Damals sagte Hillary Rodham Clinton voraus, schon einen Monat später werde der Kandidat feststehen - und meinte natürlich sich selbst.
Aber der vielbeschworene "Super-Dienstag" am 5. Februar, an dem mehr als 20 Staaten wählten, bildete nicht einmal die Halbzeit.
Obama 68 Stimmen von Sieg entfernt
Bis jetzt ist noch nicht klar, wann eigentlich die Ziellinie überschritten wird. Für die Nominierung werden - nach der Entscheidung, die Stimmen aus Florida und Michigan zur Hälfte gelten zu lassen - die Stimmen von 2.118 Delegierten benötigt. Bis zum Wochenende konnte Obama 2.050 Delegiertenstimmen einsammeln, Clinton 1.877.
Die Parteiführung hatte Florida und Michigan mit dem Entzug der Delegiertenstimmen bestraft, weil sie sich über die interne Anweisung hinweggesetzt hatten, ihre Vorwahlen nicht vor dem 5. Februar anzusetzen. Die Abstimmungen fanden dennoch statt, in beiden Fällen gewann Clinton. Sie hatte all ihre Hoffnungen in die Chance gesetzt, dass die Stimmen aus den beiden Staaten letztlich voll zählen würden.
Bereits 21 TV-Duelle
Die beiden Rivalen ringen nun schon seit mehr als einem Jahr um jeden Delegierten und jeden Spenden-Dollar. Seitdem nahmen sie an 21 Debatten der Demokraten teil, gaben mehr als 404 Millionen Dollar (260,5 Mio. Euro) aus und ließen immerhin sechs demokratische Rivalen hinter sich. John Edwards, Chris Dodd, Joe Biden, Bill Richardson, Dennis Kucinich und Mike Gravel gaben auf.
"Lange Vorwahlzeit"
Clinton und Obama hatten 53 Vorwahlen und Wählerversammlungen vor sich. Obama gewann 28 Staaten sowie die Jungferninseln, Guam, die Stimmen der Demokraten im Ausland und das Hauptstadtgebiet Washington D.C., Clinton entschied 20 Staaten und Samoa für sich.
"Das war eine lange Vorwahlzeit", sagte Obama im vergangenen Monat. "Es gibt Babys, die jetzt laufen und sprechen, die geboren wurden, seit ich meine Kandidatur angekündigt habe."
Republikaner im Schatten
Der Vorwahlkampf der Demokraten dominierte die politische Bühne so stark, dass die ebenfalls umkämpfte Nominierung bei den Republikanern fast in Vergessenheit geriet.
In der Partei von US-Präsident George W. Bush kapitulierten Mitt Romney, Mike Huckabee, Rudy Giuliani, Fred Thompson, Sam Brownback, Duncan Hunter, Tom Tancredo, Ron Paul, Tommy Thompson und James Gilmore. John McCain stand damit Anfang März als Kandidat der Republikanischen Partei fest, auch wenn er erst auf dem Parteikonvent bestätigt werden kann.
Giuliani hatte für seinen Wahlkampf immerhin 60 Millionen Dollar (39 Mio. Euro) gesammelt. Romney investierte 46 Millionen Dollar (30 Mio. Euro) aus eigener Tasche in seine vergebliche Bewerbung.
Insgesamt eine Milliarde
Alle Kandidaten der beiden Parteien brachten insgesamt fast eine Milliarde Dollar (640 Mio. Euro) auf. Mit dem Geld könnten die Hilfsaktionen des Roten Kreuzes weltweit fast ein ganzes Jahr finanziert werden. Stattdessen floss ein Großteil in Fernsehspots.
Nancy Benac, AP
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