Die Präsidentschaftswerberin hatte all ihre Hoffnungen darauf gesetzt, dass die "illegalen" Stimmen doch noch gezählt würden. Das hätte ihr noch den Hauch einer Chance gegeben, an ihren Konkurrenten Barack Obama im Hinblick auf Delegiertenstimmen heranzukommen.
Strafe halb zurückgenommen
Florida und Michigan hatten ihre Vorwahlen gegen den Willen der Partei vorverlegt. Zur Strafe wurden die Ergebnisse für ungültig erklärt. Die in beiden Staaten siegreiche Clinton hatte sich jedoch vehement dafür eingesetzt, dass die Stimmen gewertet werden.
Der Regelausschuss der Partei befand schließlich in einem Kompromiss, dass die Delegierten und Superdelegierten beider Staaten am Nominierungsparteitag im Spätsommer zwar teilnehmen dürfen, dort aber jeweils nur über eine halbe Stimme verfügen.
Fragwürdige Taktik
Die Vorwahlen in Florida und Michigan waren schon bisher ein - fragwürdiger - Bestandteil von Clintons Taktik. Alle anderen Kandidaten hatten sich etwa an die Übereinkunft gehalten, die Bundesstaaten im Wahlkampf mit Verachtung zu strafen - sie jedoch nicht.
Clintons Sieg in den beiden Bundesstaaten beruhte daher auch auf einem Kampf mit ungleichen Waffen. Durch die nunmehrige Entscheidung kann sie Obamas Vorsprung im Hinblick auf Delegiertenstimmen nicht mehr wettmachen.
Obama uneinholbar vorn
Die frühere First Lady hatte gehofft, bei einem für sie günstigen Ausgang noch unentschiedene Superdelegierte, die unabhängig von Vorwahlergebnissen auf dem Nominierungsparteitag in Denver (Colorado) agieren können, auf ihre Seite zu ziehen.
An ihrem Rückstand dürfte auch die Vorwahl in Puerto Rico am Sonntag nichts ändern, wo Clinton als Favoritin gilt. In dem US-assoziierten Archipel geht es um 55 Delegierte. Die beiden letzten Vorwahlen finden an diesem Dienstag in Montana und South Dakota statt, wo es um insgesamt 31 Delegierte geht.
Clinton akzeptiert Entscheidung nicht
Obama kommt laut einer Zählung des US-Fernsehsenders CNN nunmehr auf 2.050 Delegiertenstimmen, Clinton auf 1.877. Um sich die Nominierung zu sichern, sind nun 2.118 Delegierte notwendig. Obama akzeptierte den Kompromiss, Clinton nicht.
Sie behielt sich vor, den Beschluss allenfalls auch noch beim Nominierungsparteitag im August anzufechten. "Senatorin Clinton hat mich angewiesen, diese Frage bis zum Schiedsausschuss beim Nominierungsparteitag zu tragen", sagte Ausschussmitglied und Clinton-Anhänger Harold Ickes.
Links: