Der Automobilclub werde daher seine Protestunterschriftenaktion gegen die hohen Spritpreise weiter fortsetzen, damit das Parlament noch nachbessert.
ÖAMTC: Mineralölsteuer senken
Der ÖAMTC zeigt sich zwar über die Anhebung erfreut, fordert aber ebenfalls weitergehende Maßnahmen. Der Club fordert als nächste Schritte die Erhöhung des Verkehrsabsetzbetrags und die Senkung der Mineralölsteuer (MöSt).
AK: Blanker Hohn
Die Arbeiterkammer sprach von "blankem Hohn". "Alleine die Erhöhung der Treibstoffpreise seit Juli 2007 habe für die Betroffenen Mehrkosten von 500 Millionen Euro gebracht. Menschen mit niedrigem Einkommen haben von der Erhöhung der Pendlerpauschale gar nichts", so der oberösterreichische AK-Präsident Johann Kalliauer.
Die AK fordert, die Pendlerpauschale durch eine vom Einkommen unabhängige Direktzahlung zu ersetzen. Die Gewerkschaft Bau-Holz wiederum machte sich für eine Rücknahme der Mineralölsteuererhöhung stark.
FCG fordert weitere Schritte
Zurückhaltender kommentierte die Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG): Sie sprach von einem Schritt in die richtige Richtung, dem weitere folgen sollten.
Der ÖAAB sieht in der Anhebung einen Erfolg der eigenen Arbeit. "Die Hartnäckigkeit, mit der wir auf eine Entlastung der Pendlerinnen und Pendler gedrängt haben, hat sich ausgezahlt", sagte ÖAAB-Bundesobmann Fritz Neugebauer.
Seniorenbund will Maßnahmen gegen Teuerung
Der ÖVP-Seniorenbund wiederum will auch eine Entlastung für die Senioren, die ja kein Kilometergeld und keine Pendlerpauschale bekommen. "Wir wünschen uns daher, dass trotz dieser gefundenen Regelung untersucht wird, welcher Teil der Preissteigerungen hausgemacht ist und was wir schnell dagegen tun können", so Andreas Khol, Bundesobmann des Seniorenbundes.
Leitl: Auch Transporteure stöhnen
Wirtschaftskammer-Chef Christoph Leitl begrüßte das Maßnahmenpaket der Regierung, verlangte aber gleichzeitig den Wegfall der Kfz-Steuer auf Lkws.
"Nicht nur Pendler, sondern auch die heimischen Transporteure stöhnen unter den steigenden Spritpreisen. Die negative Folge sieht man in den steigenden Insolvenzzahlen", so Leitl.
Global 2000: Falsches Signal
Gänzlich anders als die Automobilclubs, Senioren- und Wirtschaftsvertreter sehen Global 2000 und der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) die angekündigte Erhöhung von Pendlerpauschale und Kilometergeld.
"Vor dem Hintergrund des Klimawandels und hoher Ölpreise sind diese simplen Erhöhungen das falsche politische Signal und Ausdruck einer eher hilflosen Symptombekämpfung", so Global-2000-Verkehrsexperte Heinz Högelsberger.
Die derzeitige Art der Pendlerpauschale sei weder ökologisch noch sozial gerecht. So würden Autofahrer gegenüber Benutzern des öffentlichen Verkehrs und Radfahrern bevorzugt.
VCÖ: Öffentliche Verkehrsmittel ausbauen
Der VCÖ rechnete vor: Gute öffentliche Verkehrsanbindungen ersparen Pendlern 500 bis 600 Euro pro Monat, daher sei es weit wichtiger, den öffentlichen Verkehr auszubauen als den Individualverkehr.
ÖGB: Viele Pendler gehen leer aus
Der ÖGB begrüßte zwar "den ersten Schritt der Bundesregierung, die Pendler zu entlasten", die vorgeschlagenen Maßnahmen würden allerdings, angesichts der zu erwartenden weiteren Entwicklung, zu kurz greifen.
Der ÖGB fordert daher weiterhin in ihren Vorschlägen zur Steuerreform, die Pendlerpauschale in einen Pendlerabsetzbetrag mit Negativsteuerwirkung umzuwandeln. "Nur so bekommen alle Pendler denselben Betrag für eine bestimmte Wegstrecke - unabhängig von ihrem jeweiligen Einkommen", so ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer.
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