"Nicht auf Hollywood konzentrieren"

Roms neuer Bürgermeister will mehr italienische Filme zeigen.
Nach dem Wahlsieg des Postfaschisten Gianni Alemanno bei der Bürgermeisterwahl in Rom ist eine scharfe Auseinandersetzung über die Zukunft des römischen Filmfests entbrannt.

Alemanno, der sich im Bürgermeisterduell gegen den scheidenden Kulturminister Francesco Rutelli durchsetzte, kündigte eine Neuausrichtung des Festivals an, das erst vor zwei Jahren von seinem Vorgänger Walter Veltroni gegründet worden war.

Keine Konkurrenz zu Venedig
Das Filmfest in Rom dürfe nicht mit den Filmfestspielen in Venedig konkurrieren, sagte der neue Bürgermeister. Die beiden Festivals sollten "zwei unterschiedliche Ereignisse" bleiben. "Bisher war das römische Filmfest eher eine Kopie des Venediger Festivals", sagte der Spitzenpolitiker der Alleanza Nazionale (AN).

"Ich will nicht die kulturellen Initiativen meiner Vorgänger streichen, ich will aber realistisch sein. Das römische Filmfest muss sich auf die italienische Filmproduktion und nicht auf Hollywood-Stars konzentrieren. Damit können wir die italienischen Filme fördern", sagte Alemanno.

Squitieri als neuer Direktor im Gespräch
Der Bürgermeister kündigte eine Zusammenarbeit mit dem italienischen Regisseur und AN-Mitglied Pasquale Squitieri an, der zum Direktor des Filmfests aufrücken könnte.

"Die italienische Filmindustrie steckt in der Krise. Ein Filmfest in Rom hat keinen Sinn, wenn es nur darum geht, Stars wie Nicole Kidman und Leonardo DiCaprio zu feiern", sagte Squitieri, der Ehemann der Schauspielerin Claudia Cardinale.

Jobs gefährdet?
Alemannos Worte sorgten für Empörung in der oppositionellen Mitte-links-Allianz. Diese befürchtet Jobstreichungen bei der Festivalstiftung, die seit zwei Jahren das Filmfest organisiert. Die Veranstaltung sei bisher ein Erfolg gewesen - es sei ein großer Fehler, sie im Kern zu ändern, hieß es.

In einem Kommentar im "Corriere della Sera" wies Alemanno die Kritik zurück. Er sprach sich für die weitere Teilnahme von US-Filmstars am römischen Filmfest aus, meinte jedoch, dass er das italienische Kino aufwerten wolle. Es werde zu keinen Jobkürzungen kommen. "Die Frage des Filmfests wird in Absprache mit der Opposition in Angriff genommen", versicherte Alemanno.

Links: