Der postfaschistische Kandidat Gianni Alemanno setzte sich bei der Stichwahl Ende April deutlich gegen den linken Kandidaten Francesco Rutelli durch. Seit 1. Mai ist Alemanno als Bürgermeister im Amt.
Rutelli und Veltroni geschlagen
In der "Ewigen Stadt", bisher eine linke Hochburg, weht nun ein anderer Wind: Schon am Tag nach seinem Sieg kündigte der neue starke Mann in Rom an, die Polizei modernisieren und aufstocken und gegen kriminelle Immigranten vorgehen zu wollen.
Rutelli war von 1993 bis 2001 Bürgermeister von Rom. Zuletzt wurde die 2,7-Millionen-Einwohner-Metropole von Walter Veltroni, dem Vorsitzenden des Partito Democratico, regiert. Veltroni hatte die Bürgermeisterwahl 2006 noch locker gegen Alemanno gewonnen.
Karriere im rechten Lager
Der 50-jährige Alemanno begann seine politische Karriere im faschistischen Movimento Sociale Italiano (MSI). Er ist mit Isabella Rauti, der Tochter von MSI-Gründer Pino Rauti, verheiratet.
Innerhalb der von Gianfranco Fini aus der MSI-Partei gebildeten postfaschistischen Alleanza Nazionale (AN) gehört Alemanno dem rechten Flügel an.
Nach Berlusconis Wahlsieg 2001 war er fünf Jahre lang Landwirtschaftsminister. Jetzt trat er für die Partei Popolo della Liberta (Volk der Freiheit) an, den Zusammenschluss von Berlusconis Forza Italia und Finis AN.
Wahlkampfthemen Abschiebung und Sicherheit
Während des Wahlkampfs hatte Alemanno unter anderem die Abschiebung von 20.000 mit der Justiz in Konflikt geratenen Einwanderern angekündigt. Rutelli hatte versprochen, die Kriminalität mit Hilfe verschärfter Überwachungs- und Vorbeugungsmaßnahmen zu bekämpfen.
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