100.000 bei SPÖ-Maiaufmarsch

"Wir lassen nicht zu, dass ganz Österreich von einem Einzeltäter in Geiselhaft genommen wird."
©Bild: AP/Hans Punz
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Geschlossen hat sich die SPÖ am Donnerstag bei ihrem Maiaufmarsch auf dem Wiener Rathausplatz präsentiert. Nach Angaben der Wiener SPÖ waren 100.000 Menschen gekommen.

Gusenbauer nutzte seine Ansprache, um angesichts des Inzestfalles in Amstetten Österreich zu verteidigen. "Wir lassen nicht zu, dass ganz Österreich, dass unsere gesamte Bevölkerung von einem kriminellen, grausamen Einzeltäter in Geiselhaft genommen wird", rief er: "Wir werden das Ansehen unseres Landes verteidigen, liebe Freunde."

"Keine neue Erbsünde andichten"
Gusenbauer zeigte sich betroffen und sprach von unfassbaren Kriminalfällen und Grausamkeit, die über jede menschliche Vorstellungskraft hinausgehe. Man werde alles tun, um das Verbrechen aufzuklären und den Opfern zu helfen.

"Aber wir werden nicht zulassen, dass irgendjemand glaubt, unserer Jugend eine neue Erbsünde andichten zu können. Denn wir sind nicht für jeden einzelnen Kriminellen verantwortlich, ganz im Gegenteil", sagte Gusenbauer.

"Eines der besten Länder"
Österreich sei "eines der sichersten und besten Länder" der Welt. "Das lassen wir uns von niemandem, egal wo auf der Welt, miesmachen", so Gusenbauer.

Steuerreform für Mittelstand
Im Mittelpunkt der Maikundgebung der SPÖ standen soziale Themen. Gusenbauer sprach sich für eine Steuerreform zugunsten des Mittelstands und der Familien aus.

"90 Jahre Republik"
©Bild: APA/Roland Schlager
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Gusenbauer erinnerte anlässlich des Mottos "90 Jahre Republik Österreich" daran, dass die Sozialdemokratie zu jedem Zeitpunkt bereit gewesen sei, Demokratie und soziale Gerechtigkeit zu verteidigen. Er forderte die Grundversorgung für alle Menschen und den Ausgleich zwischen Reich und Arm.

"Soziale Gerechtigkeit heißt nicht bitten müssen, sondern Rechte zu haben. Rechte auf soziale Verwirklichung auch bei uns in Österreich", so der Bundeskanzler.

Häupl kritisiert Kdolsky
Wiens SPÖ-Chef Michael Häupl gab sich wieder einmal angriffslustig. Ziel seiner Attacken war Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky (ÖVP): "Wir brauchen eine Gesundheitspolitik in diesem Land, und keine autistische Gesundheitsministerin", sagte er. Von Kdolsky sei schon lange nichts mehr zu sehen, "und tanzen geht sie auch nicht mehr".

Kritik übte der Wiener Bürgermeister an der "Neugebauer'schen Bildungspolitik des 19. Jahrhunderts". Zusätzlich forderte er eine Steuerreform ein, "die den Menschen ermöglicht, ihr Leben zu fristen, und dass auch etwas für sie abfällt in diesem reichen Land" - mehr dazu in oesterreich.ORF.at.

Hundstorfer: ÖGB wieder da
©Bild: APA/Roland Schlager
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ÖGB-Chef Rudolf Hundstorfer erinnerte daran, dass die Gewerkschaft vor zwei Jahren "Millimeter vor dem K. o." gestanden sei. Gesundheitsreform, Steuersenkung, Altersteilzeit neu würden beweisen, dass die Gewerkschaftsbewegung wieder da sei.

Renate Brauner, SPÖ-Frauenchefin und Wiener Vizebürgermeisterin, sprach von einer "machtvollen 1.-Mai-Kundgebung". Nur die Sozialdemokratie verfüge über die richtigen Antworten auf soziale Schieflagen.

Kritik an ÖVP
Mit Ausnahme einiger kritischer Transparente der Parteijugend wurde Gusenbauer auf dem Wiener Rathausplatz freundlich empfangen. Buhrufe und Kritik galten der ÖVP. So wurde die ÖVP als mitgeführter Steinblock dargestellt und mit dem Transparent "Wer bremst, verliert" versehen.

©Bild: APA/Roland Schlager
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"Lieber nackt und rot, als mit der ÖVP im Boot", war etwa auf einem anderen Schild zu lesen. Der VSStÖ ließ einen Sensenmann auftreten. Ihr Slogan: "Schwarz-Rot: Für die Partei der Tod". Die SJ verlangte "Vermögensbesteuerung und Parteierneuerung".

Gefordert wurde außerdem "Arbeit für alle" und "Ethikunterricht für Platter". Die Parteispitze winkte den Kundgebungsteilnehmern wie üblich mit roten Tüchern von der Tribüne aus zu.

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