Seine Vorstellungen zum Restrukturierungsprozesses, besonders in den Bereichen Organisation und Personalmanagement, würden sich nicht mit dessen Linie decken, ließ Huber per Aussendung wissen.
Belastende "öffentliche Diskussionen"
Außerdem hätten "die öffentlichen Diskussionen der vergangenen Wochen und Monate rund um die ÖBB und das Management" seine Arbeit für das Unternehmen "stark belastet", hatte der Bahnchef darin weiter erklärt.
"Super-Jahre" und Enttäuschung
In einem Interview mit der Tageszeitung "Österreich" (Mittwoch-Ausgabe) liest sich das nun allerdings anders. Huber spricht darin von drei "Super-Jahren", in denen er für die ÖBB arbeiten durfte, und zeigt sich selbstbewusst: "Wir hatten Erfolge, wie sie vorher kein Bahnmanagement aufweisen konnte", so Huber. "Ich verstehe bis heute nicht, warum ich gehen musste."
"Ich habe ein reines Gewissen"
Zu den umstrittenen Immobiliengeschäften im privaten Umfeld Hubers mit einem Großauftragnehmer der Bahn sagte der ehemalige Baumanager: "Ich habe ein reines Gewissen."
Umstrittener Immobiliendeal
Huber wird ein privates Immobiliengeschäft seiner Frau mit einem wichtigen Geschäftspartner der ÖBB (der Baufirma Seeste) zur Last gelegt.
Laut Medienberichten ist Huber selbst Treugeber eines Steuerberaters, der am Immounternehmen seiner Frau beteiligt ist. Der Hausdeal brachte der Familie Huber einen Gewinn von mehr als fünf Millionen Euro. Dazu kam eine schleppende Information des Aufsichtsrates über die Spekulationsverluste mit hochriskanten Wertpapieren, die die ÖBB bereits 230 Mio. Euro kosteten.
"Alle Punkte wurden geklärt"
Huber sieht gegenüber "Österreich" keine Verfehlungen seinerseits. "Alle Punkte wurden geklärt." Er spricht von Querschüssen: "Wenn Sie so viele Intrigen erlebt haben, so viel Letztklassiges wie ich in den letzten Monaten, dann schweigen Sie lieber. Ich will meine Ablöse nicht kommentieren."
Stolzer Golden Handshake
Die Ablöse an der ÖBB-Spitze sei letztlich "einvernehmlich" erfolgt, sagte Huber der Zeitung. Kolportiert wird eine Ablösesumme von 822.000 Euro. Die Summe entspricht nach einer Anfrage der APA bei der Bahn-Belegschaftsvertretung dem Bruttojahresgehalt von 20 Lokführern. Laut "Presse" könnten um denselben Betrag 2.220 Erwachsene ein Jahr mit der Wiener S-Bahn fahren.
Hubers Vertrag wäre ursprünglich im Herbst 2009 ausgelaufen.
Haberzettel sieht Chance für Neustart
Eisenbahner-Gewerkschafter und Aufsichtsratsmitglied Wilhelm Haberzettl bezeichnete die Ablöse Hubers und jene von Finanzchef Erich Söllinger als "Chance für einen Neustart" des Unternehmens und forderte die neue Führung auf, "rasch klare Strukturen" im Unternehmen zu schaffen.
Dazu gehöre "die Rücknahme organisatorischer Unsinnigkeiten der schwarz-blauen ÖBB-Reform" von 2004, so Haberzettl am Mittwoch in einer Stellungnahme: "Wir erwarten, dass der neue Vorstand rasch in sachliche Gespräche mit der Personalvertretung eintritt, um die großen Strukturprobleme des Unternehmens in den Griff zu bekommen."
"Verärgert" über Abfertigung
"Verärgert" gab sich Haberzettl über ÖBB-Aufsichtsratschef Horst Pöchhacker und dessen Stellvertreter Eduard Saxinger wegen der umstrittenen Abfertigung für Huber bzw. dessen Konsulentenvertrags.
Die Vorgangsweise entspreche "aber leider der Geschäftsordnung des ÖBB-Aufsichtsrates und ist juristisch nicht anfechtbar". Die Arbeitnehmervertretung werde in der nächsten Aufsichtsratssitzung eine Änderung der Geschäftsordnung beantragen, so Haberzettl.
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