IOC in der Defensive

IOC steht treu zu China, aber Unbehagen steigt sichtlich.
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wird den Dalai Lama nicht zur Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Peking (8. bis 24. August) einladen. Das sei eine politische Demonstration, die das IOC deutlich überfordern würde, so IOC-Vizepräsident Thomas Bach.

IOC in Zwickmühle
Diese Entscheidung ist ein weiterer Beweis dafür, dass das IOC immer mehr in Erklärungsnotstand gerät. Das mächtige Gremium ist zwischen der massiven Kritik an der Tibet-, und Menschenrechtspolitik Chinas und Pekings starrer Reaktion darauf gefangen. Das IOC setzt auf eine Defensivtaktik, doch diese ist kaum noch durchzuhalten.

So reagierte das Olympische Komitee auf die Tatsache, dass China ausländische Studenten während der Spiele nicht im Land haben will, so, als ginge es das gar nichts an.

IOC putzt sich ab
"Das sind Themen, die nichts direkt mit der Durchführung der Olympischen Spiele zu tun haben, deshalb können wir das nicht kommentieren", erklärte IOC-Sprecherin Emmanuelle Moreau der Deutschen Presse Agentur dpa.

Vielmehr gibt sich das IOC mit Versicherungen von den Olympia-Organisatoren zufrieden, dass während der Spiele alles glattgehen würde - gerade dafür sorgt Peking mit verschiedenen restriktiven Maßnahmen.

Mit jeder politischen Hiobsbotschaft scheint das Unbehagen bei den Olympiern über das Sommerspektakel in Chinas Hauptstadt zu steigen.

Nur ausgesuchte Zuseher bei Fackellauf
Wenigstens der aus Sicherheitsgründen verkürzte Fackellauf in Neu Delhi verlief am Donnerstag ohne Zwischenfälle. Rund 15.000 Polizisten schützten die Flamme, die nur wenige handverlesene Zuschauer zu Gesicht bekamen.

Die Polizei reagierte mit Massenfestnahmen auf Proteste von Exiltibetern und nahm in Indiens Hauptstadt und Umgebung nach eigenen Angaben 276 Menschen fest. Nächste Fackelstation ist Bangkok.

Warnung vor Boykott
Die europäische Handelskammer in Peking warnte unterdessen den Westen und China bereits vor einem gegenseitigen Warenboykott. "Wir sind ganz entschieden gegen jeden Boykott", sagte der EU-Kammerpräsident Jörg Wuttke, "wir setzen auf Dialog."

Die wirtschaftlichen und politischen Spannungen zwischen China und der EU sind Thema bei einem EU-China-Treffen in der kommenden Woche in der chinesischen Metropole.

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