Das Land ist auch wirtschaftlich ruiniert. Die Inflationsrate betrug laut Angaben der nationalen Statistikbehörde CSO zuletzt im Februar im Jahresvergleich 164.900 Prozent.
Von 1.000 auf 164.000 Prozent Inflation
Dabei hatte sich der Niedergang der Wirtschaft in dem südafrikanischen Land vor allem in den letzten beiden Jahren dramatisch beschleunigt. 2006 übersprang die jährliche Teuerungsrate die 1.000-Prozent-Marke, vor einem Jahr lag sie bei 3.700 Prozent, im vergangenen Dezember bei über 66.000 Prozent, bis sie schließlich im Jänner die 100.000-Prozent-Marke übersprang.
Nach Angaben der Weltbank hatte das Land 2006 bereits acht Jahre Rezession hinter sich. Die Wirtschaft schrumpft demnach nirgendwo auf der Welt außerhalb eines Kriegsgebietes derart schnell wie in Simbabwe. Die Inflationsrate ist die höchste auf der ganzen Welt.
Chronischer Versorgungsengpass
Geschäftsinhaber zeichneten schon damals bei Lebensmitteln Preise erst gar nicht mehr aus, um sie nicht täglich ändern zu müssen. Eine Packung Orangensaft kostete 500.000 Simbabwe-Dollar (damals fünf US-Dollar), ein Kilo Rindfleisch rund eine Million. Mittlerweile sind einige Nullen hinzugekommen.
Laut UNO könnte sich die wirtschaftliche Situation im Land in diesem Jahr nochmals dramatisch verschlimmern. Wegen langer Dürre und anschließender Überschwemmungen sei in der einstigen "Kornkammer Afrikas" heuer mit Ernteausfällen zu rechnen.
International isoliert
Unter Mugabes Herrschaft wurde das frühere Rhodesien von einem Nahrungsmittelexporteur zu einem Empfänger internationaler Lebensmittelhilfen.
Daneben bewahren die Geldüberweisungen von rund fünf Millionen Auslandssimbabwern das Land vor dem Zusammenbruch. Rund ein Drittel der Bevölkerung flüchtete bereits ins Ausland.
Nach außen ist das Land zunehmend isoliert. Allein China investiert massiv in dem Land, um im Gegenzug Bodenschätze beziehen zu können. Im Vorjahr flossen 1,6 Mrd. Dollar (rund eine Mrd. Euro) aus der kommunistischen Volksrepublik nach Simbabwe.
Inflation für illegal erklärt
Mugabe versuchte währenddessen bereits mit verschiedensten Methoden, die von seinem Regime verursachte Wirtschaftskrise zu beheben. So erklärte er im Vorjahr die Inflation kurzerhand für illegal.
Geschäftsleute wurden gezwungen, Waren weit unter Preis abzugeben. Hunderte Geschäftsbesitzer und Manager wurden festgenommen, weil sie zu langsam reagierten. Die Folge: Alle Lager waren binnen kurzer Zeit völlig leer. Selbst vor den Tankstellen gab es angesichts leerer Tanks kaum noch Warteschlangen.
Banane kostet ein Vermögen
Eine Banane kostet heute das Mehrfache dessen, was ein Einfamilienhaus vor acht Jahren kostete.
Die Krise hat eine eindeutige Ursache: Im Jahr 2000 begann Mugabe mit der Vertreibung Tausender weißer Farmer. Das führte zu massivem Getreidemangel und schließlich Hungersnöten. Auch die Arbeitslosenrate schnellte zeitweise auf 80 Prozent hinauf.
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