Kalaschnikows vom letzten Verbündeten

Südafrika will Waffendeal offenbar nicht blockieren. Opposition fürchtet Welle der Gewalt.
Simbabwes Langzeitpräsident Robert Mugabe will sich nicht von der Macht trennen. Der 84-Jährige blockiert deshalb nicht nur die Bekanntgabe der Ergebnisse der Präsidenten- und Parlamentswahl vom 29. März, die er und seine ZANU-PF-Partei ganz offensichtlich verloren haben.

Zunehmend scheinen sich auch die Befürchtungen der bisherigen Opposition zu bewahrheiten, nach denen Mugabe nur auf Zeit spielt, um sich am Ende notfalls mit Waffengewalt an der Macht zu halten.

Drei Mio. Stück Munition
Dabei kann er nicht nur auf seine militanten Anhänger und Veteranen aus dem Befreiungskrieg vor der Unabhängigkeit 1980 zählen, sondern nun offensichtlich auch auf den Verbündeten China.

Am Donnerstag berichteten mehrere südafrikanische Tageszeitungen, darunter der in Durban erscheinende "Mercury", dass ein chinesischer Frachter vor dem Hafen der Stadt vor Anker gegangen sei. Die Ladung: Angeblich über drei Millionen Stück Munition für AK-47-Kalaschnikow-Sturmgewehre, Granatwerfer und Panzerabwehrraketen.

"Keine gefährliche Fracht an Bord"
Insgesamt habe die "An Yue Jiang" 77 Tonnen Waffen und Munition geladen, berichtete die Zeitung. Nach Angaben der südafrikanische Frachtgesellschaft Transnet hat der Frachter bereits Genehmigung zum Einlaufen in den Hafen erhalten.

Der Kapitän des Frachters hatte laut "Mercury" erst über Funk versichert, die "An Yue Jiang" habe "keine gefährliche Fracht" an Bord, was mittlerweile allerdings auch von offizieller Seite dementiert wird.

Das Schiff habe tatsächlich Waffen geladen und deshalb zwei Tage vor der Einfahrt zum Hafen auf seine Einlauferlaubnis warten müssen. "Es gab ein Problem mit den Papieren, die sie übergeben haben", zitierte der "Mercury" die örtliche Polizeibehörde.

Südafrika gibt grünes Licht
Appelle der Opposition an die südafrikanische Regierung, den Transport der Waffen in das Nachbarland keinesfalls zuzulassen, blieben offenbar ungehört.

Der "Citizen" zitierte den Sprecher der Regierung in Kapstadt, Themba Maseko, mit den Worten, alles, was Südafrika tun könne, sei, "auf den korrekten administrativen Ablauf" zu achten.

China größter Geldgeber Mugabes
China gilt seit Jahren als enger Verbündeter Simbabwes. In dem Land haben mittlerweile Dutzende chinesische Firmen Fuß gefasst.

Als Gegenleistung für Rohstofflieferungen pumpte die kommunistische Volksrepublik im Vorjahr nach Schätzungen bis zu 1,6 Mrd. Dollar (rund eine Mrd. Euro) in die bankrotte Wirtschaft des südafrikanischen Landes.

Historisch reichen die Beziehungen zwischen den beiden Staaten bis in die 70er Jahre zurück, als Peking die schwarze Nationalistenbewegung in ihrem Kampf gegen die weiße Minderheitsregierung stützte und mit Waffen belieferte.

Generalstreik und Repressionen
Die größte Oppositionspartei das Landes, die MDC (Movement for Democratic Change), die sich zum Sieger der Wahlen Ende März erklärt hatte, warnte mehrfach vor einer Eskalation der Gewalt im Land.

Parteichef Morgan Tsvangirai beschuldigte Mugabe im Nachrichtenmagazin "Time", im ganzen Land Truppen zu stationieren, um Oppositionelle vor der geplanten Stichwahl um das Präsidentenamt zwischen Mugabe und ihm einzuschüchtern.

"Es ist ein Versuch, Bedingungen für Mugabes Wahlsieg zu schaffen", sagte Tsvangirai. Anfang der Woche rief die Opposition zu einem Generalstreik auf. Am Mittwoch wurden Dutzende MDC-Anhänger festgenommen. Bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften und militanten Mugabe-Anhängern gab es bis zu 200 Verletzte.

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