Sinkende Kaufkraft der Arbeiter

Proteste von Gastarbeitern eskaliert.
Wie Saudi-Arabien haben auch die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) mit einer hohen Inflation zu kämpfen, weil die dortige Währung an den Dollar gekoppelt ist.

Wie das "Handelsblatt" berichtet, kursierte in Abu Dhabi deshalb jüngst das Gerücht, dass die VAE ihre Währung vom Dollar abkoppeln wollten. "Da erhielt der Notenbankchef reihenweise Besuche aus den USA, die ihn vor diesem Schritt warnten", sagte demnach ein westlicher Diplomat in Abu Dhabi. Die Währung ist weiter an den Dollar gebunden.

Proteste eskaliert
Besonders davon betroffen sind Gastarbeiter. Aufgrund geringer Gehälter sind vor allem sie die Leidtragenden der sinkenden Kaufkraft.

Obwohl Streiks in den Emiraten nicht erlaubt sind, kommt es seit November immer wieder zu Protesten. Am Dienstag eskalierte die Lage. Die Polizei nahm nach Angaben aus Diplomatenkreisen mindestens 1.000 Arbeiter aus Südasien fest. Sie hätten zunächst für höhere Löhne gestreikt und dann randaliert, sagte ein namentlich nicht genannter ausländischer Diplomat gegenüber der Nachrichtenagentur AP.

Autos in Brand gesetzt
Die Polizei im Emirat Scharja erklärte nach einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur WAM, mindestens 500 Arbeiter hätten auf einer Baustelle randaliert, Scheiben eingeschlagen und Autos in Brand gesetzt.

Polizeichef Humaid Mohammed el Hudaidi sagte, das Management habe gerade ein Komitee gebildet, das sich um die Anliegen der Arbeiter kümmern solle. Eine Gruppe Arbeiter habe aber nicht warten wollen und Eigentum der Firma zerstört.

Firma spielt Probleme herunter
An einem vorangegangenen Streik beteiligten sich nach Angaben des Diplomaten rund 2.400 Arbeiter der Firma Drake & Scull mit Sitz in den Emiraten. Der Ausstand begann am Montag. Die Ausschreitungen am Dienstag begannen, nachdem die Geschäftsführung sich weigerte, die Arbeiter anzuhören.

Die Polizei riegelte das Gelände schließlich ab und brachte mindestens 1.000 Menschen ins Gefängnis, wie der Diplomat weiter erklärte.

Ein Sprecher von Drake & Scull bestätigte den Polizeieinsatz, wollte aber nicht von einem Streik sprechen. Es gebe lediglich ein Problem, nachdem die Unternehmensleitung eine Lohnerhöhung von zehn Prozent angeboten habe. Einige Arbeiter seien damit offenbar nicht zufrieden gewesen.

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