Darin geben sie Wien drei Tage Zeit, dahingehend auf die beiden Maghreb-Staaten Tunesien und Algerien einzuwirken, dass diese sämtliche inhaftierte Kämpfer von "El Kaida im islamischen Maghreb" freilassen.
"Österreich ist verantwortlich"
Danach würde auch das Paar, der 51-jährige Wolfgang Ebner und die 43-jährige Andrea Kloiber, wieder freikommen.
"Österreich ist verantwortlich für das Leben der beiden Geiseln, falls diese Frist ausläuft und unsere Forderungen nicht erfüllt werden", hieß es in der mittlerweile dritten Botschaft der hauptsächlich in Algerien aktiven Extremistengruppe.
Gusenbauer fordert Freilassung
Die Bundesregierung lehnte diese Forderung am Freitag ab: Österreich habe "nicht vor, auf die Forderungen der Entführer einzugehen", das liege nicht in der Kompetenz der Regierung, sagte Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ) am Rand des Gipfeltreffens der EU-Staats- und -Regierungschefs in Brüssel.
Nach eigenen Angaben wollte der Bundeskanzler das Kidnapping dort auch mit seinen EU-Amtskollegen diskutieren. Die Entführung selbst verurteilte Gusenbauer scharf als "massiven Unrechtsakt gegen Österreich" und forderte die "sofortige bedingungslose Freilassung" der beiden Salzburger.
"Wir sind ein friedliches Land"
Gusenbauer versicherte - wie zuvor bereits Außenministerin Ursula Plassnik (ÖVP) -, Österreich arbeite "mit allen Behörden in der Region eng zusammen", um "Gesundheit und Leben" der Geiseln zu garantieren.
"Wir sind ein friedliches Land, wir haben keine feindlichen Taten gesetzt", sagte der Kanzler. Rückendeckung bekam er von Vizekanzler Wilhelm Molterer (ÖVP): "In der Frage der Geiseln ist die Regierung einer Meinung."
Von Schwerbewaffneten bewacht
In ihrer letzten Botschaft hatte die Terrorgruppe die Reisepassdaten ihrer beiden Geiseln genannt - als Beweis dafür, dass sich diese tatsächlich in ihrer Hand befinden.
Der letzte Beweis folgte am Donnerstag: Die Entführer veröffentlichten Fotos, auf denen das Paar aus Hallein, bewacht von schwer bewaffneten Männern, zu sehen ist. Die beiden Geiseln tragen traditionelle arabische Kleidung.
"Brüder leiden an Folter"
Die Familien der Österreicher wurden in der Botschaft aufgerufen, die Regierung unter Druck zu setzen: "Sie sind an der Sicherheit Ihrer Bürger interessiert. Wir sind auch interessiert an der Freilassung unserer Brüder, die in tunesischen und algerischen Gefängnissen unter verschiedenen Arten brutaler Folter leiden", hieß es in der Erklärung.
Angehörige appellieren an Regierung
Angehörige meldeten sich am Freitag auch mit einem Appell an die Politik zu Wort. Der Sohn Ebners, Bernhard Ebner, ersuchte die Regierung, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um seinen Vater und dessen Freundin wieder gesund nach Österreich zu bringen.
Seit Mitte Februar verschwunden
Nach Angaben des Außenministeriums waren die beiden Österreicher mit einem Geländewagen mit österreichischem Kennzeichen sowie zwei Schäferhunden in Tunesien unterwegs und hatten sich zuletzt telefonisch aus der Stadt Matmata gemeldet.
Aufenthaltsort unklar
In einer vom katarischen Sender al-Jazeera ausgestrahlten Audiobotschaft hatte ein Mann, der sich als El-Kaida-Sprecher ausgab, gesagt, die Urlauber seien am 22. Februar entführt worden - wo, ist noch unklar.
In unterschiedlichen Presseberichten war über eine Entführung nach Algerien, sogar eine Verschleppung in das nordwestafrikanische Mali spekuliert worden.
"Ohne Behörden zu informieren"
Am Donnerstag hatte Tunesiens Tourismusministers Khelil Lajimi gesagt, die beiden Geiseln würden sich nicht in Tunesien befinden. Die österreichischen Touristen seien zu einem "Abenteuer" aufgebrochen, "ganz allein, ohne Führer und ohne die tunesischen Behörden über ihre Route zu informieren".
Die Bedingungen für eine Reise in die Sahara seien ganz klar festgelegt, betonte Lajimi. Man müsse diese anmelden, über die erforderliche Ausrüstung und über einen Führer verfügen. "Leider sind die Österreicher in die Sahara gereist, ohne eine Bewilligung zu beantragen", so Lajimi. In der Region an der Grenze zu Algerien gelten seit Jahren verstärkte militärische Sicherheitsvorkehrungen.
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