Laut Polizei dauerte die Schießerei vermutlich nur zwei Minuten. Über das Motiv gab es vorerst nur Rätselraten.
Schütze ist ehemaliger Student
Der mit zwei Pistolen und einem Gewehr bewaffnete ehemalige Soziologiestudent feuerte am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) auf die Zuhörer einer Geologievorlesung und tötete fünf Menschen, bevor er eine der Waffen gegen sich selbst richtete.
Ein schwer verletztes Opfer sei im Krankenhaus seinen Schussverletzungen erlegen, meldete die Zeitung "Chicago Tribune" in ihrer Online-Ausgabe unter Berufung auf die Behörden.
Etwa eine Stunde später fand die Campuspolizei die Leiche des Attentäters. Nach ersten Erkenntnissen handelte es sich bei dem Täter um einen ehemaligen Soziologiestudenten der Universität. Der Schütze habe seine Opfer anscheinend gezielt ausgesucht, berichteten Zeugen. Unter den Toten sind vier Frauen.
"Wortlos hinter Vorhang hervorgetreten"
Der junge Mann sei ganz in Schwarz gekleidet gewesen und wenige Minuten vor dem Ende der Vorlesung wortlos hinter einem Vorhang hervorgetreten, teilten Behördenvertreter und Augenzeugen mit. Vom Podium aus feuerte er einen Kugelhagel auf die Studenten ab, unter denen Panik ausbrach.
"Zielte in die Mitte der Klasse"
Ein Student namens John sagte einem Radiosender: "Er zielte in die Mitte der Klasse ... und dann hat er sich dem Lehrer zugewandt."
Die 22-jährige Studentin Dominique Broxton schilderte der Zeitung "Chicago Tribune", vom Fenster ihres Studentenzimmers aus habe sie zwei blutende Verletzte gesehen, die von Rettungssanitätern weggetragen worden seien. Überall seien Polizisten und Fahrzeuge zu sehen gewesen.
Die Situation sei chaotisch, Studenten liefen herum, niemand wisse, was vorgehe. Im Wohnheim sei über Lautsprecher mitgeteilt worden, dass jemand gefasst worden sei. Die Studenten seien aufgefordert worden, in ihren Zimmern zu bleiben.
Hinweise auf Blutbad an Virginia Tech
Die Universität, die rund 100 Kilometer westlich von Chicago liegt und von etwa 25.000 Studenten besucht wird, war im Dezember für einen Tag geschlossen worden, nachdem rassistische Drohungen und Hinweise auf das Blutbad an der Universität Virginia Tech aufgetaucht waren. Dort hatte im vergangenen April ein Student aus Südkorea 32 Menschen und sich selbst erschossen.
In der vergangenen Woche hatte es Schießereien an vier Schulen gegeben, bei den Vorfällen in Kalifornien, Tennessee, Louisiana und Ohio starben insgesamt fünf Menschen.
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