"Ich bin nicht frustriert"

Blair hält Friedensplan bis Ende 2008 für möglich.
In seiner Rolle als Sondergesandter des Nahost-Quartetts hat sich Großbritanniens Ex-Premier Tony Blair zuletzt für den Abschluss eines Friedensabkommens optimistisch gezeigt.

Zugleich mahnte Blair Israel und die Palästinenser aber zu mehr Engagement. Das Friedensprojekt müsse "schneller und mit größerer Dringlichkeit" vorangetrieben werden, so Blair.

"Wir erreichen schon etwas"
"Wir erreichen schon etwas. Ich bin nicht frustriert", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ("F.A.Z.") am Freitag. Es sei jedoch noch nicht gelungen, Israel davon zu überzeugen, dass die Förderung der Wirtschaft in den besetzten Gebieten ein zentrales Anliegen sei.

Vom Nahost-Quartett (USA, Russland, EU, UNO) forderte Blair, die Palästinenser beim Aufbau ihres Sicherheitsapparats zu unterstützen. Die Israelis müssten "zumindest die Siedlungen räumen, die sie selbst für illegal erachten. Sie könnten mehr Straßensperren abbauen, ohne die Sicherheit zu gefährden."

"Bis Ende des Jahres möglich"
Im Hinblick auf die Zukunft zeigte sich der frühere britische Regierungschef vorsichtig zuversichtlich. Die arabischen Staaten seien noch nie so sehr an der Lösung des Konflikts interessiert gewesen, sagte er. "Israel versteht, dass es selbst keine Zukunft hat, wenn es keinen palästinensischen Staat gibt."

Ein Abkommen hält Blair noch 2008 für möglich: "Das ist ein Abkommen, das definitiv gemacht werden kann, und es kann definitiv bis Ende des Jahres gemacht werden", sagte Blair zuletzt der britischen "Times".

Vertrauen auf die USA
Er vertraue auf die Bemühungen der USA. "Das Engagement der Amerikaner hat sich in den vergangenen zwei Monaten bedeutend verändert, sowohl was die Qualität als auch die Quantität angeht", sagte Blair.

"Ich mache mir keine Sorgen, dass der US-Präsident in seinem letzten Amtsjahr ist. Erstens ist er enorm beliebt in Israel. Zweitens habe ich den Friedensschluss in Nordirland einen Monat vor meinem Ausscheiden aus dem Amt unter Dach und Fach gebracht", so Blair.

Es sei wichtig, sowohl Israels Sicherheitsbedenken ernst zu nehmen als auch den Palästinensern in Aussicht zu stellen, dass die Besatzung irgendwann beendet wird.

Mehrere Beraterrollen
Blair hatte im Juni 2007 sein Amt als Regierungschef in London abgegeben und war wenig später zum Sondergesandten des Quartetts ernannt worden. Neben seiner Tätigkeit im Nahen Osten hat Blair verschiedene Beraterrollen bei Investmentbanken angenommen.

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