Nach der Nationalversammlung stimmte in der Nacht auf Freitag auch der Senat dem Gesetzestext zum Vertrag von Lissabon zu. Er kann nun durch die Unterschrift von Präsident Nicolas Sarkozy oder Regierungschef Francois Fillon ratifiziert werden.
Österreich erst im April
Frankreich ist das fünfte EU-Land und das erste Gründungsmitglied, das den Vertrag annimmt. EU-Kommission und Ratsvorsitz betonten, die Ratifikation durch Frankreich sei besonders bedeutsam.
Bisher haben mit Ungarn, Slowenien, Malta und Rumänien vier "neue" EU-Mitglieder den Mitte Dezember beschlossenen Vertrag angenommen.
In Österreich will der Nationalrat im April über den Vertrag beraten. Im Jahr 2005 war die EU-Verfassung an Volksabstimmungen in Frankreich und den Niederlanden gescheitert.
Keine zweite Abstimmung in Frankreich
Sarkozy hatte im Präsidentschaftswahlkampf im vergangenen Jahr bei den Franzosen für einen "vereinfachten Vertrag" als Ersatz geworben. Die Sozialisten als größte Oppositionspartei hatten bis zuletzt vergeblich versucht, erneut eine Volksabstimmung über den Vertrag durchzusetzen.
EU-Spitze erleichtert
"Mit diesem Votum ist Frankreich heute wirklich nach Europa zurückgekehrt", sagte der französische EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot in Brüssel. EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Durao Barroso sagte, die frühe Annahme des Vertrages durch Frankreich sei ein "sehr starkes Signal" für die Reform der EU und unterstreiche das europäische Engagement Frankreichs.
"Besonders bedeutsamer Schritt"
Ähnlich äußerte sich die slowenische EU-Ratspräsidentschaft. Jede Ratifikation sei wichtig, "aber im Fall Frankreichs ist es ein besonders bedeutsamer Schritt, weil dort die Ratifizierung des früheren Verfassungsvertrags nicht gelungen ist", teilte der Ratsvorsitz in einer Aussendung mit.
Slowenien erwarte, dass bis Ende Juni die Mehrheit der Mitgliedsstaaten (14 von 27) den Vertrag ratifiziert haben wird.
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