Die Erwärmung habe 0,85 Grad betragen und liege damit um 0,1 Grad über der mittleren globalen Temperaturerhöhung, teilte der Leiter des Instituts für Küstenforschung am GKSS-Forschungszentrum Geesthacht, Hans von Storch, letzte Woche in Hamburg mit.
Ausführliche Dokumentation
Der Wissenschaftler ist Initiator des neuen BACC-Berichts (Assessment of Climate Change for the Baltic Sea Basin), mit dem der Klimawandel in der Ostseeregion dokumentiert und untersucht wird.
"Der BACC-Bericht ist eine regionale Variante des vom Weltklimarat veröffentlichten IPCC-Reports zur globalen Klimaänderung", sagte Storch. 80 Wissenschaftler aus 13 europäischen Ländern waren an der Ausarbeitung beteiligt.
Um fünf Grad wärmer
Die Erwärmung der Luft im Ostseeraum ist den Ergebnissen zufolge im nördlichen Bereich mit einem Grad stärker als mit 0,7 Grad im südlichen Bereich.
Die Modellrechnungen gehen davon aus, dass die Temperatur im Ostseeraum bis zum Ende des Jahrhunderts um fünf Grad steigen könnte.
Weniger Eis und Niederschläge
In der Folge würde die winterliche Eisbedeckung der Ostsee um möglicherweise 50 und 80 Prozent abnehmen. Die Experten erwarten auch eine Veränderung der Niederschläge. Im Winter können diese zwischen 25 und 75 Prozent zunehmen, im Sommer ist mit einer Abnahme um bis zu 45 Prozent zu rechnen.
Für das Wasser der Ostsee zeigen die Simulationen einen möglichen Anstieg der Oberflächentemperatur um zwei bis vier Grad Celsius. Folgen hätten die Veränderungen auch für Tiere und Pflanzen. So könnte ein abnehmender Salzgehalt sommerliche Algenblüten verschärfen.
"Plausibel, aber vereinfacht"
"Klimaszenarien sind plausible, aber oftmals vereinfachte Beschreibungen möglicher Zukünfte. Eindeutige Vorhersagen sind dies jedoch nicht", sagte Storch. Es gebe weiteren Forschungsbedarf für den Ostseeraum. Er mahnte einen sensiblen Umgang mit wissenschaftlichen Ergebnissen ein.
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