Immer mehr Frühbucher
Zunächst die Zahlen des Verkehrsbüros: Man sollte annehmen, dass es im Jänner noch zu früh ist, um Trends für den Sommertourismus ausmachen zu können. Aber einer dieser Trends betrifft die Frühbucher, die von Jahr zu Jahr mehr werden.
Martin Bachlechner, Vorstand der Verkehrsbüro-Gruppe, geht davon aus, dass schon jetzt 45 Prozent der Buchungen für das gesamte Jahr 2008 getätigt wurden. Die Zahlen sind also bereits aussagekräftig.
Das Comeback Kroatiens
Die große Überraschung ist demnach das Comeback Kroatiens. Das Verkehrsbüro verzeichnet hier für den Sommer (April bis September) ein Plus von 26 Prozent.
Im Vergleich mit anderen Destinationen spielt das Land an der Adria allerdings weiterhin keine ganz große Rolle bei Urlauben, die im Reisebüro gebucht werden: Kroatien liegt im Vergleich auf Platz zehn.
Unabhängig von den Buchungen von Pauschalreisen bei den Reisebüros werden Kroatien und Italien voraussichtlich wieder die Statistik anführen. Hier wird meist individuell geplant, gebucht und mit dem Auto angereist.
Größter Gewinner ist Ägypten
Ein anderer Trend setzt sich laut Verkehrsbüro unvermindert fort: Ägypten wurde bisher um 34 Prozent öfter gebucht als im Vorjahreszeitraum. Damit ist dieses Reiseziel heuer deutlicher Gewinner, was die Zuwächse betrifft.
Insgesamt liegt Ägypten (Platz fünf) bei den Buchungen Kopf an Kopf mit Italien (Platz vier). Allerdings wird mit den im Vergleich teureren Reisen in das afrikanische Land deutlich mehr umgesetzt.
Schiffsreisen im Trend
Einen Boom gibt es weiterhin bei Schiffsreisen - was dank Nilkreuzfahrten auch mit den zahlreichen Urlaubern in Ägypten zu tun haben dürfte. Genaue Zahlen ließen sich hier noch nicht festmachen, sagt Bachlechner. Man könne aber von einem Plus zwischen fünf und zehn Prozent ausgehen.
Die drei Topdestinationen
Wenig verändert hat sich bei den drei Topdestinationen. Rund 17 Prozent der Urlauber, die beim Verkehrsbüro eine Reise buchen, fliegen nach Griechenland. Das ist zwar ein leichtes Minus gegenüber dem Vorjahr. Unangefochten auf Platz eins liegt Griechenland dennoch.
Die Türkei liegt bei einem Plus von zwei Prozent auf Rang zwei. Danach folgt Spanien mit einem überraschenden Zuwachs von zehn Prozent, wie Bachlechner sagt.
Wie viel Frühbucher sparen
Als Frühbucher gilt man, wenn man seine Reise bis Mitte März bucht. Die erste Phase mit den größten Ersparnissen endet beim Verkehrsbüro Ende Jänner. Die Kosten für eine Reise lassen sich damit um bis zu 100 Euro reduzieren - je nach Destination und Preislage.
Starker Zuwachs bei Individualreisen
Bei TUI und Gulet hält man den Zeitpunkt für konkrete Prognosen für zu früh - obwohl auch hier ein Zuwachs bei Frühbuchern vorliegt.
Besonders gefragt sind weiterhin Pauschalreisen, sie machen 70 Prozent der Buchungen aus. Einen starken Zuwachs verzeichnen allerdings auch Individualreisen.
Hier hat TUI ein "Bausteinmodell" im Programm, das zwar teurer ist, aber dafür die Erfüllung individueller Wünsche ermöglicht. "Der Wunsch nach mehr Individualität, die Sehnsucht nach Erlebnis, Vergnügen und persönlicher Entwicklung (...) führt zu neuen Anforderungen an Pauschalreisen, aber auch zum Trend nach Bausteinreisen", sagt Josef Peterleithner, Konzernsprecher der TUI Austria Holding AG.
Die Neuntagepauschalreise
Individueller wird auch die Reisedauer. Gefragt sind Aufenthalte, die nicht den bisher üblichen ein oder zwei Wochen entsprechen.
Ein Drittel der Urlaube dauern zwischen fünf und acht Tage, etwas über ein Drittel zwischen 13 und 15 Tage. Der Anteil jener, die mehr als 22 Tage reisen, spielt nur noch eine untergeordnete Rolle, der Zuwachs bei Kurzurlauben ist hingegen ungebrochen.
Die neue Art, mit dem Schiff zu reisen
Und der Trend zu Schiffsreisen ist auch bei TUI zu bemerken, wobei hier ein Imagewandel zu beobachten ist. Vorbei sind die Zeiten von Kleidungsvorschriften. Gebucht werden vermehrt Schiffe für jüngeres Publikum und Familienangebote.
Früh- und Spätbucher
Neben den Früh- gibt es auch immer mehr Spätbucher. Frühbucher können sich bei TUI bzw. Gulet bis zu 180 Euro ersparen. Spätbucher entscheiden sich entweder für Schnäppchen - oder der Preis ist ihnen weniger wichtig, weil sie nur kurzfristig planen können.
Österreich Topdestination des Jahres
Was die Beliebtheit der Reiseziele betrifft, ist man bei TUI noch vorsichtig. Nur so viel wird von Peterleithner verraten: "Die Lieblingsdestinationen der Österreicher werden voraussichtlich wieder Griechenland, Spanien, Türkei, Ägypten, Tunesien, Italien, Kroatien, natürlich Österreich selbst und im Fernreisebereich vor allem Fernost sein."
Österreich ist im Übrigen auch beim Verkehrsbüro - außerhalb der Wertung - der Renner. Zuwächse von 100 Prozent werden erwartet. Allerdings, so Bachlechner, hat das eher mit der Euro 2008 zu tun als mit einem grundsätzlichen Trend.
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