Die neue Autobesteuerung

Bonus, Malus, Autosteuer: Alles dreht sich nun ums CO2.
Autofahrer, die weiterhin auf Autos mit hohem Verbrauch setzen, werden das nicht nur an der Zapfsäule spüren. Gleich mehrere Länder haben sich dem Kampf gegen den CO2-Ausstoß von Autos verschrieben. Österreich und Frankreich kündigten ein Bonus-Malus-System an, Deutschland will seine gesamte Autobesteuerung ab 2009 auf den CO2-Ausstoß umstellen.

Saftiger Malus in Frankreich
Die französische Regierung stellte zuletzt ein Bonus-Malus-System vor, das ab Jänner Strafen von 200 bis 2.600 Euro beim Kauf von Fahrzeugen vorsieht, die mehr als 160 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer in die Atmosphäre abgeben. Zum Vergleich: Der Malus in Österreich wird mit 1. Juli 2008 erst ab einem CO2-Wert von 180 Gramm pro Kilometer fällig.

Betroffen dürfte in Frankreich etwa ein Viertel aller Neuzulassungen von Mittelklassewagen bis zu Sport- und Geländewagen sein. Halter von Fahrzeugen mit weniger als 130 Gramm CO2-Emissionen pro Kilometer werden dagegen mit bis zu 1.000 Euro belohnt. Zwischen 130 und 160 Gramm wird weder belohnt noch bestraft.

"Preise umweltfreundlicher Autos sinken"
Mit dem System werde der Preis von umweltfreundlichen Autos sinken, ist die Regierung in Paris überzeugt. Es werde "die nachhaltige Erneuerung des Autoparks beschleunigen und den Herstellern Anreize zu technischer Innovation geben".

Das System sieht demnach vor, dass die Grenzwerte für Bonus und Malus alle zwei Jahre um fünf Gramm CO2 pro Kilometer verschärft werden.

Ein Bonus fürs Verschrotten
Zudem gibt es einen "Superbonus" von 300 Euro, wenn Neuwagenkäufer gleichzeitig ein mehr als 15 Jahre altes Auto verschrotten lassen.

Den höchsten Bonus von 1.000 Euro bekommen Käufer von Fahrzeugen, die weniger als 100 Gramm CO2 pro Kilometer produzieren. Zwischen 101 und 120 Gramm sind es 700 Euro, zwischen 121 und 130 Gramm 200 Euro.

Um auch den Verkauf von Elektro- und Wasserstoffautos zu fördern, hat die Regierung einen Sonderbonus von 5.000 Euro eingeführt, wenn der CO2-Ausstoß weniger als 60 Gramm beträgt.

Die Strafklassen
Die höchste Strafe von 2.600 Euro fällt ab einem Ausstoß von über 250 Gramm pro Kilometer an. Dann geht der Malus gestaffelt nach unten: 1.600 Euro (201-250 Gramm), 750 Euro (166-200 Gramm), 200 Euro (161-165 Gramm).

Vergleich mit Österreich
Zum Vergleich: Die in Österreich vom Ministerrat beschlossene ökologische Neuausrichtung der NoVA sieht ab 180 Gramm CO2/km einen Malus von 25 Euro pro Gramm Überschreitung vor. Das heißt, für 200 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer gibt es einen Aufschlag von 500 Euro im Vergleich zu den saftigen Aufschlägen in Frankreich von 1.600 Euro.

Ursprünglich waren ja auch im ersten Entwurf für das heimische Bonus-Malus-System schärfere Maßnahmen vorgesehen, die aber auf Druck der Autofahrerclubs entschärft wurden.

Deutschland stellt Pkw-Besteuerung um
In Deutschland schloss die Bundesregierung in Berlin Anfang Dezember den ersten Teil eines Integrierten Energie- und Klimapakets (IEKP) ab, von dem man sich bis 2020 eine Verringerung des schädlichen CO2-Ausstoßes um 220 Millionen Tonnen (das wäre ein Minus von 36 Prozent) erwartet.

Umstellen will man beim Autoverkehr die Kfz-Steuer: Ab 2009 sollen in Deutschland Neuwagen nach dem CO2-Ausstoß besteuert werden, nicht mehr nach der Hubraumgröße. Für alte Fahrzeuge ist eine Höherbesteuerung weiter nach Hubraum geplant, für jüngere Gebrauchtwagen die Möglichkeit zur Wahl des Steuersystems.

Die Umstellung soll bis 2013 abgeschlossen werden. Für besonders schadstoffarme Fahrzeuge ist ein CO2-Freibetrag vorgesehen.

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