Auf der Pressekonferenz am Freitag kämpfte Arigona mit den Tränen und konnte kein einziges Wort sagen. Am Donnerstagabend gab sie für die Samstag-Ausgabe der Zeitung noch ein Interview.
"Manchmal kann ich es kaum mehr aushalten", schilderte sie. "Ich hab' ja meine kleineren Geschwister immer zur Schule gebracht. Oft auch am Abend ins Bett, weil die Mama ja auch gearbeitet hat."
"Total fertig und enttäuscht"
Sie sei total fertig und enttäuscht und könne nicht verstehen, warum man sie in Österreich nicht wolle, sagte Arigona im Interview mit der Tageszeitung "Österreich".
"Wir wissen nicht, wie es weitergehen soll. Wovon sollen wir bis zum Sommer leben?", so die 15-Jährige", die auch auf den schlechten Gesundheitszustand ihrer Mutter verweist, im Gespräch mit "Österreich": "Nachdem sie heute von dem Urteil erfahren hat, war sie natürlich besonders schwer getroffen. Sie ist mit den Nerven völlig am Ende."
Mutter ist "gebrochene Frau"
Mit ihren Geschwistern im Kosovo habe sie telefonischen Kontakt. "Die zwei Kleinen weinen jedes Mal, sie wollen zurück nach Hause, zur Mama", beschreibt sie im "Kurier" die Gespräche.
Auch ihrer Mutter gehe es immer sehr schlecht, wenn sie mit den Kindern gesprochen habe. Ein Psychiater, der sie untersuchte, habe gesagt: "Deine Mama ist eine gebrochene Frau."
Pfarrer Friedl als wichtige Stütze
Wichtige Stützen seien ihr ihre Freundinnen, die zu ihr halten würden. "Ohne sie hätte ich das alles nicht durchstehen können."
Und natürlich Pfarrer Friedl, den sie Josef nennt. Auch er verstehe nicht, wie man kleine Kinder von der Mutter trennen könne. Ihre Mutter dürfe nicht mehr arbeiten. "Wenn wir den Pfarrer Friedl nicht hätten, könnten wir unsere Rechnungen schon lange nicht mehr bezahlen", so Arigona.
"Meine Heimat ist Österreich"
Bis zuletzt habe sie nicht aufgehört zu hoffen: "Ich habe das dem Innenminister auch geschrieben. Ich hab' ihm eine Weihnachtskarte geschrieben, in der steht: Bitte, Herr Minister, lassen Sie meine kleinen Geschwister zur Mama zurückkommen", erzählte sie.
"Meine Heimat ist Österreich. Ganz bestimmt nicht der Kosovo. Wenn ich an den Kosovo denke, sehe ich Tote und verstümmelte Leichen. Dann tauchen Bilder auf von unserer Flucht."
Das große mediale Echo, das sie ausgelöst habe, sei ihr durchaus bewusst, so die Schülerin, geplant sei es aber nicht gewesen. Die Frage, ob sich der Kampf gelohnt habe, beantwortete Arigona unentschieden: "Für mich vielleicht nicht. Aber wenn ich durch mein Handeln Diskussionen ausgelöst und nachfolgenden Familien geholfen habe, dann hat es wenigstens einen Sinn gehabt."
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