Für SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser ist das Abschneiden Österreichs zwar "Anlass für eine gewisse Erleichterung, aber sicher nicht für Jubel". Die Resultate seien zwar eine leichte Verbesserung, "für ein wohlhabendes Land wie Österreich aber sicher kein Ruhmesblatt", so Niederwieser in einer Aussendung.
Niederwieser ortete weiter bildungspolitischen Reformbedarf. "Die Systemschwächen im österreichischen Schulsystem sind ja allgemein bekannt - zu frühe Selektion, der starke Zusammenhang zwischen Bildungsweg und sozialer Herkunft, Defizite im vorschulischen Bereich oder die uneinheitliche LehrerInnenausbildung." Der Reformzug "muss auf Schiene bleiben", so Niederwieser.
Brinek sieht methodische Schwächen
Etwas gespalten reagierte auch ÖVP-Wissenschaftssprecherin Gertrude Brinek: Politisch bedeuteten die PISA-Ergebnisse, "dass der bildungspolitische Kurs der ÖVP in den vergangenen Jahren kein schlechtes Zeugnis ausgestellt bekommt". Österreichs Schulen seien PISA zufolge "nicht so schlecht, wie SPÖ und Opposition gehofft haben", so Brinek in einer Aussendung.
Andererseits bleibe ihre wissenschaftliche Kritik an PISA aufrecht: "Die durchgesickerten PISA-Ergebnisse für das Jahr 2006 beweisen nämlich alles und nichts. Schon der im Jahr 2003 kampagnisierte, mittlerweile korrigierte 'Absturz' Österreichs hat methodische Schwächen offenkundig gemacht."
Broz: Mittelmaß
Für den grünen Bildungssprecher Dieter Brosz bestätigen die Ergebnisse "das Mittelmaß des österreichischen Schulsystems". "Ein paar Plätze auf oder ab spielen da keine Rolle. Österreich muss sich an den Spitzenländern orientieren. Investitionen in das Schulsystem sind dringend notwendig", so Brosz in einer Aussendung.
BZÖ: "Begrenzte Wissenschaftlichkeit"
BZÖ-Wissenschaftssprecher Gernot Darmann hält wie Brinek "die Wissenschaftlichkeit dieser PISA-Studie für nur begrenzt gegeben".
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