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| ©Bild: APA/G.Käfer, PIRLS |
Schlechter als Deutschland
Zum Teil liegen die einzelnen Staaten eng zusammen, wodurch knappe Punkteabstände statistisch nicht aussagekräftig sind. Für Österreich lässt sich aber sicher sagen, dass es signifikant schlechter als Russland, Hongkong, Singapur, Luxemburg, Italien, Ungarn, Schweden, Deutschland, die Niederlande, Belgien (flämischer Teil) und Dänemark abgeschnitten hat.
In etwa gleiche Ergebnisse erzielten Bulgarien, Lettland, die USA, England, Litauen, Taiwan. Signifikant schlechter als Österreich schnitten unter anderem Neuseeland, die Slowakei, Schottland, Frankreich, Slowenien, Polen, Spanien, Israel, Island, der französische Teil Belgiens sowie Norwegen ab.
Hoher Anteil an "Risikoschülern"
Wie schon bei der PISA-Studie 2003 fällt Österreich mit einem hohen Anteil an "Risikoschülern" auf. 16 Prozent der getesteten Volksschüler haben Mühe mit den einfachsten Leseaufgaben, wodurch Experten die persönliche und schulische Entwicklung gefährdet sehen.
Damit verlassen rund 14.000 Zehnjährige die Volksschule mit ernsthaften Problemen beim Leseverständnis. Deutlich kleiner ist diese Risikogruppe in Hongkong (acht Prozent), den Niederlanden (neun Prozent), in den kanadischen Provinzen Alberta, British Columbia und Ontario sowie in Russland und Belgien (flämischer Teil) mit zehn bis elf Prozent.
Wenige in der Spitzengruppe
Am anderen Ende der Leistungsskala zeigt sich, dass es in Österreich relativ wenige Spitzenleser gibt. Nur acht Prozent der österreichischen Volksschüler erreichten bei PIRLS die höchste Lesekompetenzstufe.
Die meisten Spitzenleser haben Singapur, Russland und die kanadische Provinz Alberta (zwischen 17 und 19 Prozent). Luxemburg kommt auf 15 Prozent, Italien und Ungarn auf je 14 sowie Deutschland, Schweden und Dänemark auf je elf Prozent. Für die nationalen PIRLS-Koordinatoren ist das ein "Hinweis auf eine wenig effiziente Förderung besonders begabter junger Leser/innen".
Besser durch Kindergarten oder Vorschule
Weitere Kernaussagen: Mädchen erzielten in allen Staaten bessere Leseleistungen als Buben. Außerdem gab es einen positiven Zusammenhang von Leseleistung und Kindergarten- bzw. Vorschulbesuch: Je länger eine frühkindliche Bildungseinrichtung besucht wurde, desto besser die spätere Leseleistung.
Weiters färbt die Leseaktivität der Eltern auf die Kinder ab: Kinder von Eltern, die selbst daheim lesen und ihre Kinder früh in spielerische Leseaktivitäten einbeziehen, schnitten bei PIRLS ebenfalls besser ab.
Mehr als 215.000 Kinder getestet
Bei PIRLS wurde in 45 Staaten bzw. Provinzen die Lesekompetenz von insgesamt rund 215.000 Schülern der vierten Schulstufe (in Österreich: vierte Klasse Volksschule) getestet. In Österreich nahmen im April und Mai 2006 mehr als 5.000 Kinder teil, das sind knapp sechs Prozent aller Schüler in der vierten Klasse Volksschule. Durchgeführt wurde die Studie von der International Association for the Evaluation of Educational Achievement (IEA).
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