"Es gibt nicht die Integration", man müsse sich die Dimensionen genauer anschauen, erklärte Güngör. Im 21. Jahrhundert gebe es "multiple Identitäten", zu Konflikten komme es, wenn man sich nur z. B. als "Deutscher" oder "Christ" definiere. "Wir erleben in den vergangenen Jahren die Entwicklung von Industrie- über Dienstleistung- bis zur Wissensgesellschaft", so Güngör.
"Kommt und kehrt dann zurück"
Der Experte sprach auch die Gastarbeiterintegration: "Ursprünglich hatte Österreich gesagt, kommt und kehrt dann zurück." Das sei auch umgekehrt der Fall gewesen. "Ich kenne Familien, die 15 Jahre und länger geglaubt haben, sie kehren zurück. Erst, wenn sie wissen, sie bleiben, geht man z. B. mit dem Bildungspotenzial eines Landes anders um."
Stickler: Sport als "Integrationsmotor"
Friedrich Stickler, Präsident des Österreichischen Fußballbundes (ÖFB), erklärte, mit Fußball könne man Werte vermitteln, die man "überall" wiederfinde, etwa Toleranz. Sport biete die Möglichkeit, sich kennenzulernen: "Wer trippelt besser, wer fügt sich besser in die Mannschaft ein?" Sport könne der Motor für Integration sein.
Bürgermeister als "Manager"
Der Geschäftsführer des Österreichischen Integrationsfonds, Alexander Janda, erklärte, "wir alle" müssten zuständig für Integration sein.
Die wichtigste Ebene sei die Gemeindeebene, hier zeige sich der Erfolg, so Janda, der Bürgermeister als "Integrationsmanager" bezeichnete. "Wir brauchen eine Offenheit und Klarheit über Chancen und Pflichten in Österreich", meinte Janda.
Küberl: Was gelungene Integration ist
Franz Küberl, Präsident der Caritas, sprach der Bundesregierung "großen Respekt" aus, sich dem Thema zu stellen. Gelungene Integration sei, "wenn aus ehemaligen Zuwanderern gleich viele Maturanten, Millionäre und Olympiasieger werden". Man müsse auch darauf achten, welche Gruppen in Österreich durch Zuwanderung das Gefühl haben, an den Rand gedrängt zu werden.
Sie würden die gleiche Aufmerksamkeit benötigen. "Erst, wenn wir den doppelten Zug schaffen, dann wird Integration gelingen", so Küberl.
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