Der jährliche Nettorealverdienst eines deutschen Arbeitnehmers betrug demnach 2006 durchschnittlich 15.845 Euro. Das ist der niedrigste Wert seit 1986, als er umgerechnet 15.785 Euro betragen hatte. Am höchsten in den vergangenen 20 Jahren war er 1993 mit umgerechnet 17.280 Euro.
Preise steigen
"Die Nettorealeinkommen sinken, weil sie von vielen Seiten unter Druck geraten", sagte der Direktor des Instituts für Arbeit und Wirtschaft (IAW) der Universität Bremen, Rudolf Hickel.
Zugleich seien die Bruttolöhne vergleichsweise gering gestiegen, weil die Unternehmen Zusatzleistungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld abgebaut hätten. Dazu kämen steigende Preise, höhere Sozialabgaben und Steuern.
Senkung der Sozialabgaben gefordert
Angesichts der Berichte über gesunkene Nettolöhne in Deutschland fordern Politiker von CDU und FDP eine stärkere Senkung der Sozialabgaben.
"Um die Kaufkraft der Beschäftigten und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu verbessern, sollte der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung auf 3,5 Prozent der Bruttolöhne gesenkt werden", sagte der Chef der CDU-Arbeitnehmergruppe im Bundestag, Gerald Weiß, der "Berliner Zeitung" vom Dienstag.
Wettbewerbsdruck durch Globalisierung
Führende Wirtschaftsexperten äußerten unterdessen die Erwartung, dass die Nettolöhne in Deutschland auch in den kommenden Jahren nicht steigen, sondern wegen des hohen Wettbewerbsdrucks durch die Globalisierung sogar eher sinken würden.
Bisher hat die deutsche Regierungskoalition beschlossen, den Arbeitslosenbeitrag zu Beginn des nächsten Jahres von 4,2 auf 3,9 Prozent zu senken.
Arbeitnehmer beteiligen
Weiß und der CDU-Arbeitsmarktexperte Ralf Brauksiepe forderten neben einer weiteren Absenkung der Sozialbeiträge auch, Arbeitnehmer stärker an den Unternehmensgewinnen zu beteiligen.
"Wenn wir das schon früher getan hätten, hätten die Leute heute mehr Geld in der Tasche", sagte Brauksiepe der "Berliner Zeitung".
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