Unter anderem führt der Terroristenchef das Blutvergießen bei der Erstürmung der Roten Moschee in Islamabad im Juli durch pakistanische Sicherheitskräfte als Rechtfertigung dafür an, gegen den "Ungläubigen" zu rebellieren.
Das Außenministerium in Washington erklärte, die USA würden weiterhin mit Pakistan im Krieg gegen den Terrorismus zusammenarbeiten und ließen sich von Bin Laden nicht abschrecken.
"Nehmt am Dschihad teil"
Die mit englischen Untertiteln versehene Audiobotschaft ist dem US-Sender CNN zufolge mit einer Montage alter Videoausschnitte unterlegt und etwa 24 Minuten lang.
Sie trägt den Titel "Nehmt am Dschihad teil" und tauchte am Donnerstag zunächst auf einer Islamisten-Website auf. Das amerikanische SITE-Institut, das das Internet auf terroristische Aktivitäten durchforstet, veröffentlichte Auszüge.
"Komplizen beim Vergießen des Blutes"
Nach den Worten Bin Ladens hat Muscharraf unter anderem durch das Blutbad in der Moschee gezeigt, dass er ein Untergebener und Helfer der USA in deren Feldzug gegen die Muslime sei.
"Perves, seine Minister, seine Soldaten und jene, die ihm helfen, sind alle Komplizen beim Vergießen des Blutes....", heißt es in der Botschaft Bin Ladens weiter. "Wer ihm (Muscharraf) wissentlich und willig hilft, ist ein Ungläubiger wie er."
Muscharraf stellt sich Wahl
Im Juli hatten militante Islamisten die Moschee besetzt. Nach einwöchiger Belagerung wurde das Gebäude dann von den pakistanischen Sicherheitskräften gestürmt. Etwa 100 Menschen starben. Muscharraf, ein enger Verbündeter der USA, will sich am 6. Oktober bei Wahlen im Amt des Staatschefs bestätigen lassen.
Sawahiri will Spanien zurückerobern
Ebenfalls am Donnerstag war ein Video des zweiten Mannes an der El-Kaida-Spitze, Aiman el Sawahiri, bekannt geworden. Sawahiri ging neben seiner Tirade, Spanien "zurückzuerobern", ebenfalls auf Pakistan und die blutige Erstürmung der Roten Moschee ein.
Aufruf zur Vergeltung
Die pakistanische Armee habe dadurch Schande über sich gebracht, sagte der El-Kaida-Vize, der zugleich zur Vergeltung aufrief. Der Westen habe eine "kleine Gruppe in die pakistanische Armee gepflanzt, die ihren Sold statt Allah anbetet und alles einschließlich ihrer Religion verkauft".
Pakistan: Kaum Resonanz in Bevölkerung
Der Sprecher der pakistanischen Armee, Generalmajor Wahid Arschad, sagte, die Drohungen würden die Regierung nicht von ihrem Kampf gegen den Terrorismus abhalten. Nach seiner Meinung werden die Botschaften auch in der pakistanischen Bevölkerung nicht auf große Resonanz stoßen.
Bin Laden hatte sich zuletzt aus Anlass des Jahrestages der Anschläge vom 11. September 2001 in einer Videobotschaft geäußert und darin unter anderem die US-Bürger zum Übertritt zum Islam aufgefordert. Auch bezeichnete er die Attentäter vom 11. September als "19 Helden".
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