Der Wagen soll in Verbindung zu dem Anschlag auf den Flughafen der Stadt stehen. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass sich in dem Wagen Sprengstoff befunden habe, teilte die Polizei mit. Es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme.
Fünf Festnahmen
In dem Krankenhaus wird einer der Männer behandelt, die für den Angriff am Vortag verantwortlich gemacht werden. Dabei war ein brennendes Auto in einen Terminal gerast.
Wie bei zwei gescheiterten Anschlägen zuvor in London geht die Regierung von einem terroristischen Hintergrund aus. Die Polizei hat neben den beiden mutmaßlichen Tätern von Glasgow von Samstagnacht bis Sonntagnachmittag drei weitere Verdächtige festgenommen. Nähere Informationen gaben die Behörden jedoch nicht weiter.
Mehrere Häuser durchsucht
Am Sonntag durchsuchten Anti-Terror-Ermittler nach Berichten britischer Tageszeitungen mehrere Häuser in der Umgebung von Glasgow. Darüber, aus welchem konkreten Umfeld die bisher Festgenommenen stammen oder wem die Polizei auf den Fersen ist, schweigt diese aber bisher beharrlich.
Angebliche Drohungen der El Kaida
Die Medien des Landes hatten dagegen relativ bald nach dem Fund der beiden Sprengsätze am Freitag in London von einer Verbindung zum Terrornetzwerk El Kaida hergestellt.
Belegt wurde die These unter anderem durch angebliche einschlägige Drohbotschaften im Internet und nicht zuletzt auch der Bauart der Autobomben, in der die Presse die "Handschrift der El Kaida" erkennen wollte. Die Polizei kommentierte auch diesen Verdacht bisher nicht.
Ähnlich wie zahlreiche Zeitungen und TV-Sender äußerte sich nun allerdings am Sonntag auch der Terrorexperte der britischen Regierung, John Stevens.
"Bedeutende Eskalation"
In einem Gastkommentar für die Zeitung "News of the World" sieht Stevens ebenfalls die Taktik von El Kaida aus dem Irak in Großbritannien angekommen. Die Bombenbedrohungen an diesem Wochenende signalisierten eine bedeutende Eskalation im Krieg islamistischer Terroristen, schreibt Stevens. Lord Stevens ist Ex-Chef von Scotland Yard und war am Donnerstag von Premierminister Gordon Brown zum Sonderberater für die Terrorismusbekämpfung ernannt worden.
Ursprünglich habe man angenommen, das Problem seien isolierte Gruppen von Extremisten aus dem eigenen Land. "Nun ist jedoch klar, dass sich ein lockeres, aber tödliches Netz von miteinander verbundenen, funktionsfähigen Zellen entwickelt hat", schreibt Stevens.
"Es wird noch schlimmer werden"
Der Terroranschlag vom 7. Juli 2005 sei schlimm genug gewesen. Nun aber habe El Kaida die Taktiken aus Bagdad und Bali auf die britischen Straßen gebracht. "Und es wird noch schlimmer werden, bevor es wieder besser wird", warnt Stevens.
Seiner Einschätzung nach ist es möglich, dass einflussreiche Anführer von Osama bin Ladens Terrornetzwerk auch in Großbritannien aktiv sind. Der Einfluss ausländischer und britischer Veteranen der Organisation sei deutlich gewachsen.
"Sie werden wieder zuschlagen"
Es sei ein Zeichen für die neue Reife und Perfektion der Terrororganisation in Großbritannien, dass sie zu Anschlägen mit Autobomben übergegangen sei. Die Anti-Terror-Einheiten der Polizei und des Inlandsgeheimdiensts MI5 werden Stevens zufolge hart arbeiten müssen, um die Verbindungen aufzudecken, ehe die Extremisten erneut zuschlagen.
"Und täuschen Sie sich nicht - sie werden wieder zuschlagen", so Stevens.
Presse: Typische Handschrift
Britische Zeitungen hatten am Samstag erstmals einen Zusammenhang zwischen den Anschlagsversuchen in London und Ablegern der El Kaida hergestellt.
Die Autobomben, welche am Freitag in London gerade noch rechtzeitig entschärft werden konnten, hätten jene typische Bauweise gezeigt wie Sprengsätze, welche El-Kaida-nahe Terrorgruppen nahezu täglich für Anschläge im Irak nutzten, berichtete der "Guardian" am Samstag.
Bomben sollten ferngezündet werden
Laut den dort zitierten Anti-Terror-Spezialisten bestand der erste Sprengsatz, der bereits Freitagfrüh aus Zufall vor einem Londoner Nachtclub entdeckt worden war, aus etwa 60 Litern Benzin, mehreren Gaskartuschen, Nägeln sowie einem Zündmechanismus.
Nur weil dieser offensichtlich versagt hatte, sei London vor einer Katastrophe verschont geblieben. Die zweite Autobombe, die am Freitagabend entdeckt wurde, war ähnlich konstruiert. Gezündet hätten die Sprengsätze aller Wahrscheinlichkeit per Mobiltelefon werden sollen, wusste der "Independent".
"London soll bombardiert werden"
Die Tageszeitung "The Times" wollte dagegen wissen, dass islamistische Extremisten in einem Internet-Forum mit den Worten "Bei Allah, ich sage Euch, London soll bombardiert werden", gedroht hätten.
Auch die frühere Geheimdienstexpertin Pauline Neville-Jones sagte der BBC, sie vermute eine Verbindung zur El Kaida. Der vereitelte Anschlag habe der neuen britischen Regierung unter Premier Brown gegolten.
"Möglichst viele sollten sterben"
Nach den Worten des Premierministers, der sein Amt erst vor wenigen Tagen von Tony Blair übernommen hatte, sollten die Terrorakte möglichst viele Menschen töten und erhebliche Zerstörungen anrichten. Es sei klar, dass Großbritannien mit Leuten konfrontiert sei, die Verbindungen zum Terrornetzwerk hätten, sagte Brown am Sonntag in einem Interview mit der BBC.
"Wir haben es dabei mit einer langfristigen Gefährdung zu tun, die nicht in den nächsten Wochen oder Monaten verschwinden wird", erklärte Brown.
Auch Kampf "um Köpfe und Herzen"
"Wir müssen dagegen auf vielfältige Weise ankämpfen - militärisch, durch Sicherheitsmaßnahmen, mit der Polizei und dem Geheimdienst, aber auch, indem wir einen Kampf um die Köpfe und Herzen führen", sagte der Premierminister.
Nach der Ausrufung der höchsten Terrorwarnstufe am Samstag müsse die Bevölkerung sich nun auf zusätzliche Sicherheitskontrollen an Flughäfen sowie auf die Durchsuchung von Autos einstellen, sagt Brown. Angesichts der Gefahr weiterer Versuche von Anschlägen mit Autobomben sei das unvermeidbar.
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