Grund für die Erholung waren nach Angaben von Händlern Gerüchte, die Regierung in Peking bereite eine Erklärung vor, die den Markt beruhigen solle. Der feste Schluss sorgte auch an den Börsen in Europa für steigende Kurse.
Kurssprünge im Sekundentempo
Auf der Kurstafel in Schanghai ging es am Dienstag zeitweise im Sekundenabstand um Zehntelprozentpunkte auf- oder abwärts, Innerhalb von Minuten wurden mehrere Prozentpunkte übersprungen.
Anleger fühlten sich an die NASDAQ beim Platzen der damaligen Dot.com-Blase erinnert. Zeitweise lag der SSEC mit 7,25 Prozent im Minus, am Ende stand ein Plus von 2,63 Prozent auf 3.767 Zähler angeschrieben.
"Der Markt ist verrückt"
"Ich finde keine Worte für diesen Markt - er ist einfach verrückt", sagte Analyst Wu Nan von Xiangcai Securities. Und wie sehr selbst Experten derzeit irren können, zeigte sich an seinen weiteren Erklärungen: "Die Leute haben eine Erholung des Marktes erwartet, aber das ist nicht eingetroffen", sagte der während des Handels befragte Fachmann.
"Jede kleine Erholung zieht nur eine neue Verkaufswelle nach sich, weil das Vertrauen weg ist." Am Ende behielt er nicht Recht, denn der Markt schloss im Plus.
Verkaufspanik am Vortag
Am Montag hatte Verkaufspanik in Schanghai zu den zweithöchsten Kursverlusten der vergangenen zehn Jahre geführt. Der SSEC verlor 8,3 Prozent, womit sich die Abschläge der vergangenen Tage auf 15 Prozent summierten - was einem Börsenwert von 340 Mrd. Dollar (252 Mrd. Euro) entsprach.
Der Index war in den vergangenen eineinhalb Jahren um fast 200 Prozent gestiegen. Millionen Kleinanleger hatten deshalb mit der Hoffnung auf schnelle Gewinne investiert - und stiegen nun zum Teil wieder aus.
Warnung vor Spekulationsblase
Ökonomen warnen seit längerem vor der Bildung einer Spekulationsblase auf Chinas Wertpapiermärkten. Zuletzt hatten auch der Unternehmer Li Ka-shing, der als reichster Mann in Hongkong gilt, und Ex-US-Notenbankchef Alan Greenspan vor einem Platzen der Blase gewarnt.
Notwendige Korrektur
In der Vorwoche verdreifachte Peking überraschend die "Stempelsteuer" auf Aktiengeschäfte und löste die jüngsten Kursverluste aus. Die Regierung will damit eine Überhitzung des Börsenbooms verhindern. Die Einbrüche der letzten Tage werden von einigen Analysten daher auch als notwendige Korrektur gewertet.
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