Entdeckt worden sei der Himmelsköper mit einem Teleskop an der Europäischen Südsternwarte (ESO), berichtet die jüngste Ausgabe der Wissenschaftszeitschrift "Astronomy and Astrophysics".
Größer als Erde
Der Planet soll etwa eineinhalb Mal so groß wie unsere Erde sein und kreist in der Libra-Konstellation um den Roten Zwerg Gliese 581, der zu den 100 der Erde am nächsten gelegenen Sternen zählt und rund 20,5 Lichtjahre von der Erde entfernt ist.
![]() |
| ©Bild: dpa/ESO/A9999 Eso |
Sollte es Leben geben, so hätten diese Organismen einen völlig anderen Lebensrhythmus als auf der Erde, da der bisher unbenannte Planet Gliese 581 innerhalb von 13 Tagen umrundet.
Temperaturen bis zu 40 Grad
Zwar sei der Abstand des nun entdeckten Himmelskörpers zu Gliese 581 im Vergleich Erde zu Sonne rund 14 Mal geringer. Den Berechnungen zufolge liege der Planet dennoch in einer Zone, in der Leben möglich wäre, da Gliese 581 vergleichsweise kühl und auch weniger hell sei.
Angesichts dessen liege die Durchschnittstemperatur bei geschätzten null bis 40 Grad Celsius, so Stephane Udry von der Universität im schweizerischen Genf: "Wasser wäre also flüssig."
"Kreuz auf Schatzkarte des Universums"
Und Wasser sei eine der Vorraussetzungen für Leben, "wie wir es kennen", erinnerte in diesem Zusammenhang Xavier Delfosse von der Universität im französischen Grenoble, der zu dem von Udry geleiteten Team zählt.
Modellrechnungen hätten ergeben, dass der Planet entweder felsig wie die Erde oder von Ozeanen bedeckt sei, so Delfosse, für den die Aufsehen erregende Entdeckung jedenfalls ein Kreuz auf einer "Schatzkarte des Universums" wert ist.
"Wichtiges Ziel für Raumfahrt"
Angesichts seiner Temperatur und seiner relativen Nähe könnte der Planet ein sehr wichtiges Ziel für künftige Raumfahrtmissionen auf der Suche nach Leben außerhalb der Erde werden, so Delfosse weiter.
Allerdings sei es derzeit technisch noch unmöglich, die "Super-Erde" innerhalb eines Menschenlebens zu erreichen.
Zahllose bewohnbare Planeten vermutet
Somit könnte erstmals ein erdähnlicher Planet aufgespürt worden sein, von denen allerdings zahllose weitere im All vermutet werden.
So berechneten etwa die beiden Amerikaner Serge Tabachnik und Kristen Menou von der Universität Princeton, dass es allein in der Milchstraße möglicherweise viele neue erdähnliche Planeten geben könnte.
Mit Computersimulationen stellten die beiden Forscher fest, dass rund ein Viertel der untersuchten Planetensysteme bewohnbare Zonen besitzt, in denen lebensfreundliche Planeten existieren könnten.
Links:
