Amokläufer tot

Ein Teil der Opfer wurde während einer Vorlesung erschossen.
©Bild: APA
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Bei einer Schießerei an der Technischen Hochschule Blacksburg im US-Bundesstaat Virginia sind laut Polizeiangaben mindestens 30 Menschen getötet worden, ehe der Amokläufer von Sicherheitskräften erschossen wurde. Zunächst war von einem Toten, später von mindestens 20 Toten die Rede. Es ist die schlimmste Bluttat dieser Art in der US-Geschichte.

Anfangs war unklar, ob es einen zweiten Schützen gibt. Die Polizei geht aber mittlerweile von einem Einzeltäter aus. Ob dieser von der Exekutive getötet wurde oder sich selbst gerichtet hat, ist noch unklar.

Der Täter verwendete laut dem TV-Sender ABC News zwei halbautomatische Waffen und trug wahrscheinlich eine schusssichere Weste.

Erste Schüsse kurz nach 7.00 Uhr
Laut Angaben der "Virginia Tech"-Universität wurden die ersten Schüsse kurz nach 7.00 Uhr Früh in einem Studentenwohnheim am einen Ende des 1.000 Hektar großen Campus gehört. Zu diesem Zeitpunkt sei ein Notruf bei der Polizei eingegangen. In der West Ambler Johnston Residence Hall leben fast 900 Menschen.

In dem Wohnheim habe man dann einen der Toten entdeckt. Zwei Stunden später, während die Beamten noch mit ihren Untersuchungen beschäftigt waren, seien Schüsse aus einem anderen Gebäude mit Vorlesungssälen gemeldet worden. Dort seien die übrigen Menschen getötet worden.

Schüsse während der Vorlesung
Wie die Polizei andeutete, begann der Täter anscheinend während einer laufenden Vorlesung zu feuern. Auf die Frage, ob sich die Opfer zum Zeitpunkt des Blutbads in einem Klassenzimmer aufgehalten hätten, antwortet Campus-Polizeichef Wendell Finchum auf einer Pressekonferenz mit zitternder Stimme: "Ja."

Mehrere Verletzte in Lebensgefahr
Nach Finchums Worten wurden die Verletzten in umliegende Krankenhäuser gebracht. Mehrere von ihnen sollen sich in einem kritischen Zustand befinden. Wegen stürmischen winterlichen Wetters konnten bei der Bergung der Verletzten keine Helikopter eingesetzt werden: Sie mussten in Krankenwagen transportiert werden.

"Haben die Unsrigen verloren"
Universitätspräsident Charles Steger ließ es offen, ob es sich bei allen Opfern um Studenten handelt oder ob sich unter ihnen auch Personal befindet. "Wir haben die Unsrigen verloren", sagte er lediglich. Weiter teilte er mit, dass sofort Psychologen zur Betreuung der Studenten zur Verfügung gestellt würden.

"Monumentale Tragödie"
Steger zeigte sich tief betroffen: "Heute wurde die Universität von einer Tragödie monumentalen Ausmaßes getroffen."

Bush bekundet "tiefe Trauer"
Präsident George W. Bush hat nach dem Blutbad tiefe Trauer bekundet. "Schulen sollten Orte sein, in denen man sich sicher fühlt und lernen kann", sagte Bush am Montag in einer kurzen Fernseherklärung.

"Wenn das verletzt wird, dann hat das Auswirkungen auf alle amerikanischen Klassenzimmer und amerikanischen Gemeinden." Der Präsident sagte Unterstützung der Bundesbehörden bei den Ermittlungen zu und erklärte, das ganze Land trauere um die Opfer und fühle mit den Hinterbliebenen.

Rätseln über Hintergründe
Über die Hintergründe der Bluttat ist bisher nichts bekannt. Nur drei Tage zuvor hatte eine Bombendrohung am Freitag zur Absage des Unterrichts in mehreren Uni-Gebäuden geführt. Bereits Anfang April war ein Gebäude nach einer Bombendrohung evakuiert worden. Es ist unklar, ob es einen Zusammenhang mit dem Amoklauf gibt.

Auf dem Campus brach nach den Schüssen offenbar Chaos aus. Auf ihrer Internet-Seite rief die Universität ihre rund 25.000 Studenten auf, hinter verschlossenen Türen auszuharren. Die Universität hielt ihre Studenten via Internet, E-Mails und einer Live-Webcam auf dem Laufenden.

"Was ist da los?"
Studenten schilderten die Vorgänge via Internet und Handy. Eine Studentin berichtete, sie habe während des Unterrichts plötzlich mehrere schwer bewaffnete Polizisten draußen vorbeilaufen gesehen. Sie habe sich gefragt: "Was ist hier los? Denn normalerweise ist das hier eine sehr ruhige Stadt. Es ist hier ziemlich langweilig", so Kristyn Heiser gegenüber CNN.

Eingänge verschlossen
Alle Kurse an der Universität wurden abgesagt, die Eingänge zum Campus blieben verschlossen. Blacksburg liegt rund 400 Kilometer südwestlich der US-Hauptstadt Washington.

Neue Debatte in USA
Amoklauf wird in den USA vermutlich eine neue Debatte über Waffenkontrolle und die Motive von Amokläufern lostreten.

Eine der blutigsten Schießereien
Der Amoklauf ist eine der blutigsten Schießereien auf einem Uni-Gelände in den USA seit mehr als 40 Jahren. Damals, am 1. August 1966, stieg Charles Whitman auf einen Turm im Zentrum des Campus der University of Texas in Austin und eröffnete das Feuer auf Menschen 27 Stockwerke unter ihm.

Whitman tötete 15 Menschen, darunter - in der Nacht zuvor - seine Mutter und seine Frau. 31 Menschen wurden damals verletzt. Beim schlimmsten Amoklauf der jüngeren Vergangenheit, dem Massaker an der Columbine-High-School, wurden 15 Menschen getötet.

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