Preisaufstellung für Rumpold-Leistungen

Erika Rumpold empörte sich am Dienstag nicht nur über die angedrohte Beugehaft.
Mit Spannung wurde der Reigen der am Dienstag im Eurofighter-Ausschuss Geladenen erwartet. Die Erste an der Reihe war die Frau von BZÖ-Werber Gernot Rumpold, Erika Rumpold.

"Bei mir kostet das diesen Preis"
96.000 Euro für eine Pressekonferenz ist bei der PR-Agentur von Gernot und Erika Rumpold, 100% Communications, offenbar der Normalpreis. "Bei mir kostet eine Pressekonferenz diesen Preis", sagte die Geschäftsführerin der 100% Communications vor dem Eurofighter-U-Ausschuss.

Den Vorwurf der Parteienfinanzierung bezeichnete Erika Rumpold als "unglaublich", Geldflüsse an FPÖ oder BZÖ schloss sie aus.

"Das weiß ich nicht"
Über den Zweck der aus den Bilanzen der Firma ersichtlichen Rückstellungen in Höhe von bis zu 2,7 Mio. Euro gab sie keine Auskunft: "Das weiß ich nicht."

Ein Vorschuss bzw. Kredit in ähnlicher Höhe, den die Rumpolds entnommen hatten, sei ins Privatvermögen transferiert worden.

Bei der Befragung Rumpolds ging es erneut um den umstrittenen Werbeauftrag von EADS in Höhe von 6,6 Mio. Euro. Zuletzt waren mehrere Details aus dem Steuerakt der Rumpolds aufgetaucht, darunter die 96.000 Euro, die die Agentur für eine Pressekonferenz verrechnet hat.

"Mündlich vereinbart"
Insgesamt erhielten die Rumpolds nach Eigenangaben 6,6 Mio. Euro, wobei der von EADS-Lobbyist Erhard Steininger vermittelte Werbervertrag nur einen Auftragswert von rund 2,8 Millionen Euro enthalten soll. Alle anderen Leistungen sollen außerhalb des Rahmenvertrags "mündlich" vereinbart worden sein.

Im Rahmenvertrag enthalten sind nach Informationen aus dem Ausschuss 200.000 Euro für eine Büroeröffnung, 120.000 Euro für Landeshauptmann-Gespräche, 320.000 Euro für Aktionen zum Formel-1-Grand-Prix in Spielberg 2002 und 340.000 Euro für eine Sicherheitskonferenz mit Kamingesprächen und Podiumsdiskussion. 1,8 Mio. Euro flossen demnach für Inserate.

Stadler ortet "Mysterium"
Der Abgeordnete Ewald Stadler (Ex-FPÖ) bezeichnete die Kostenaufstellung der Rumpolds als "Mysterium". Er wunderte sich über den einerseits immer wieder gleich lautenden Leistungskatalog, andererseits über die Erstellung von Teilrechnungen an aufeinander folgenden Tagen.

"Tag und Nacht gearbeitet"
Die Antwort Rumpolds: Man habe eben "Tag und Nacht" gearbeitet. Bei einem vier Mal in Rechnung gestellten Betrag von jeweils 39.000 Euro etwa habe es sich um Agenturhonorar gehandelt, das pauschal abgerechnet worden sei.

200.000 Euro, ein PC
Für Verwunderung sorgte im Ausschuss, dass es im Büro der PR-Frau offenbar nur einen PC gab, für den Punkt "Büroeröffnung" aber laut Steuerakt 200.000 Euro verbucht worden waren.

"Da kann es sich nur um einen Neuerwerb handeln", meinte Rumpold auf den Eintrag im Anlagenverzeichnis angesprochen und erklärte, dass es mehrere Arbeitsplätze gegeben habe.

"Riesen-PC" und "schönes Gedränge"
Stadler ließ auch dieses Argument nicht gelten und verwies darauf, dass, selbst wenn es sich um PC-Modelle gehandelt habe, die drei Jahre früher gekauft worden wären, diese im Anlageverzeichnis ausgewiesen wären.

"Das muss ein Riesen-PC gewesen sein", kommentierte der Ausschussvorsitzende Peter Pilz (Grüne). Stadler meinte angesichts der Angabe Rumpolds, dass mehrere Free Lancer in dem Büro gearbeitet hätten: "Das muss ein schönes Gedränge gewesen sein".

Pilz: Überhaupt eine PR-Agentur?
Pilz fragte außerdem nach einem Nachweis, dass es sich bei der 2001 gegründeten Rumpold-Firma tatsächlich um eine PR-Agentur handle.

Auf den PR-Verband (PRVA) angesprochen bestätigte Rumpold, dass die 100% Communications kein Mitglied sei. Sie hatte eine entsprechende Frage zunächst bejaht, sich aber später korrigiert. PRVA-Präsident Christoph Bruckner hatte kürzlich gemeint, 100% Communications würde seiner Einschätzung nach die für die Aufnahme in den Verband notwendigen "Richtlinien" nicht erfüllen.

Rumpold kritisiert Umgangsformen
Rumpold kritisierte ihrerseits in ihrer Stellungnahme vor Beginn der Befragung, dass der Ausschuss das Steuergeheimnis verletzt habe und sie sich in ihren Persönlichkeitsrechten beeinträchtigt fühle. Sie empörte sich außerdem über die Androhung einer Beugehaft wegen einer Vorladung, der sie nicht gefolgt war.

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