Luxus auf den Leib geschneidert

Ein Privatparfum kann bis zu 50.000 Euro kosten.
Riechen wie jedermann ist nicht mehr in Mode: Maßgeschneiderte Parfums, einst das Privileg reicher Monarchen, sind zu einem gefragten Luxusartikel geworden, den junge "Meisternasen" einer gutbetuchten Klientel auf den Leib "schneidern".

Während die Kosmetikindustrie bei der Herstellung ihrer Düfte den kleinsten gemeinsamen Nenner für ein Maximum an Verkaufszahlen sucht, gründen mehr und mehr professionelle Parfümeure ihre eigenen Firmen für kleine, aber feine Privatparfums.

Steigende Nachfrage
"Die Nachfrage nach solchen persönlichen Produkten steigt seit Jahren", so Han-Paul Bodifee, Chef des Verbands der französischen Parfumindustrie.

Es gebe eine ganze Reihe neuer Firmen, in denen hoch qualifizierte Duftentwickler mit den feinsten Zutaten exklusive Düfte für Einzelkunden herstellten, sagte Bodifee in Frankreichs Parfum-"Hauptstadt" Grasse.

Die Kundschaft kommt aus allen Lebensbereichen und Altersklassen: Geschäftsleute, Politiker, Schauspieler - und natürlich Superreiche. Jüngste Kundin von Isabell Burdel, die vor zwei Jahren an der französischen Riviera ihre Firma Salon Prive gründete, war eine dreijährige arabische Prinzessin.

Nur beste Zutaten
Für ein maßgeschneidertes Parfum muss der illustre Kunde nach wie vor tief in die Tasche greifen.

Im Gegensatz zu den Massenprodukten, die sich häufig synthetischer Duftstoffe bedienen, dürfen für die Haute Couture des Geruchs nur die besten Originalzutaten eingesetzt werden: so zum Beispiel bulgarische Rosenblätter, die rund 7.000 Euro pro Kilogramm kosten. Auch Amber, eine rare Substanz, die aus Pottwalen gewonnen wird, ist schwer zu finden und extrem kostspielig.

Rares Talent
Nicht nur die Zutaten sind rar, auch die Meisterparfümeure gibt es nicht wie Sand am Meer. Auf 500 weltweit wird die Zahl derjenigen geschätzt, die genügend Talent und Erfahrung haben, um einen einmaligen Duft zusammenzubrauen.

Francis Kurkdjian, ein armenischstämmiger Franzose, der vor sechs Jahren auf die Idee des maßgeschneiderten Parfums kam, verlangt etwa 8.000 Euro für einen persönlichen Duft, dessen Entwicklung bis zu sechs Monate dauern kann.

Der Duft des Geldes
Nicht alle Kunden sind dabei einfach: Einmal musste der junge Duftmeister ein Parfum entwickeln, das nach Geld riechen sollte.

Kurkdjians Preis ist dabei noch "gemäßigt", vergleicht man ihn mit denen der großen Häuser Guerlain, Patou und Cartier: Sie nehmen bis zu 50.000 Euro für ein privates Wässerchen, berichtet Annick Le Guerer, Expertin und Buchautorin zum Thema Parfum.

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