Düfte aus dem Labor

Immer mehr künstliche Nuancen beherrschen die "Duftorgeln" der Parüfmeure.
Einst haben Parfums durch edle Geruchsnoten wie Rosen und Freesien bestochen, heute werben Duftmacher gerne mit neuen Nuancen wie "Leder-Akzenten" und "Rote-Beeren-Aroma". Möglich werden die ungewöhnlichen Luxusdüfte durch neue Technologie.

Zerlegt und nachgebaut
Der Moschusochse muss schon lange nicht mehr dran glauben, damit die Supernasen der großen Parfumhäuser immer neue Kreationen ersinnen.

Natürliche Duftstoffe können heute bis in ihre kleinsten Strukturen "zerlegt" und im Labor nachgebaut werden. Deswegen ist der echte Moschus praktisch völlig von den "Duftorgeln", den Arbeitstischen der Parfümeure, verschwunden.

"Headspace" wird aufgefangen
Die hinter neuen Gerüchen steckende Technik heißt Headspace-Analyse und hat dazu geführt, dass der Großteil der modernen Duftkomponenten künstlich ist.

Der englische Ausdruck Headspace steht für den Duft, der eine Blüte, eine frisch angeschnittene Frucht und auch ein beliebiges Produkt wie Leder umgibt. Er wird in einer mit duftneutralem Gas gefüllten Glasglocke oder auf einer pulvrigen Trägersubstanz aufgefangen.

"Molekulare Identitätskarte"
Die Technik wurde bereits in den 70er Jahren entwickelt und seither perfektioniert. Analysiert der Experte den mit den Duftmolekülen verbundenen Trägerstoff, kann er eine "molekulare Identitätskarte" des Geruchs erstellen.

Ein Parfümeur rekonstruiert dann mit Hilfe von natürlichen und synthetischen Grundstoffen den gesuchten Duft. Nicht nur das Aroma von Pflanzen kann so naturgetreu nachempfunden werden. Auch der typische Duft frisch gemähten Rasens, frisch gewaschener Wäsche und sogar von ganzen Landschaften lässt sich imitieren.

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