Der Konflikt kommt für die FPÖ zu einem ungünstigen Zeitpunkt - und die eben erst mit einem holprigen Start angetretene große Koalition profitiert davon, dass die Freiheitlichen mit sich selbst beschäftigt sind. Die Auseinandersetzung dürfte wohl noch länger andauern.
Stadler bestreitet jede Schuld
Stadler weist in der Causa jedenfalls jede Schuld von sich und spricht von "infamen Unterstellungen", wonach er die Fotos der Öffentlichkeit zugespielt hätte.
Das Problem sei vielmehr, dass die Fotos nach dem FPÖ-Parteivorstand "umgehend beim BZÖ gelandet" seien. Das sei aber ein Problem der Parteiführung, stichelt Stadler.
Gestörtes Verhältnis zu Strache
Der Wahl-Niederösterreicher macht aber kein Hehl daraus, dass es zwischen ihm und Parteichef Strache nicht zum Besten steht.
Er habe als Kind einer Bauernfamilie nie Zeit dafür gehabt, sich bei Wehrsportübungen zu vergnügen, erklärte der Burschenschaftler Stadler Freitagabend in der ZIB2 in Anspielung auf Strache.
Eindruck von Machtkampf
Und er bestätigte in dem Interview auch, dass man als Außenstehender den Eindruck bekommen kann, dass im FPÖ-Parlamentsklub ein Machtkampf tobt. Zugleich wies Stadler alle Gerüchte, er wolle Strache als Klubchef oder als Parteichef ablösen, zurück.
Einen allfälligen Antrag auf Parteiausschluss sieht er gelassen: Dieser habe nie die Chance auf eine Mehrheit in der FPÖ.
FPÖ sieht BZÖ-Intrige
Für den Kärntner FPÖ-Chef, den Nationalratsabgeordneten Karl-Heinz Klement, steckt hinter dem Auftauchen der Fotos eine BZÖ-Intrige. Klement meint, damit wollten die Ex-Parteifreunde eine Wiedervereinigung der beiden Parteien erzwingen.
Will BZÖ "kluge Köpfe abmontieren"?
Hochrangige BZÖ-Politiker, so Klement, hätten ihn erst vor kurzem wieder angesprochen und die Wiedervereinigung in Aussicht gestellt. Klement will auch anonyme Anrufe mit dem Wortlaut erhalten haben: "Es wird die Wiedervereinigung kommen, ob ihr wollt oder nicht."
Ein Zusammengehen der beiden Parteien werde es aber nicht geben, selbst wenn man nun versuche, in der FPÖ die "klugen Köpfe abzumontieren", so Klement. Die Aufregung über die Fotos des jungen Strache im Kampfanzug sei "eine bewusste Sache, uns zu töten".
Stadler schweigt über Quelle
Klement verteidigte auch seinen Parteikollegen Ewald Stadler, dem vorgeworfen wurde, die Sache "angezündet" zu haben. Der Ex-Volksanwalt wurde unter Strache als Leiter der Parteiakademie entmachtet. Stadler habe die Sache sicher nicht nach außen getragen, so Klement.
Stadler hatte erklärt, er habe die Fotos nur dem jetzigen interimistischen FPÖ-Volksanwalt Hilmar Kabas zukommen lassen. Dieser habe sie dann dem Parteivorstand vorgelegt. Darüber, von wem er die Fotos erhalten hatte, wollte Stadler am Freitag in der ZIB2 nichts sagen.
"Undichte Stelle" doch in FPÖ?
Klements Darstellung: Stadlers Informant - der sicher aus den Reihen des BZÖ komme - sei nervös geworden, als die Vorlage der Fotos auf dem Parteivorstand parteiintern nichts bewirkt hatten. Also habe sie dieser selbst nach außen getragen.
Klement vermutet BZÖ-Generalsekretär Gerald Grosz unter den Initiatoren. Da sehe "man, welch üble Figuren sie in den Reihen haben", so Klement über die ehemaligen Parteifreunde. Stadler selbst sieht die "undichte Stelle" allerdings offenbar in der FPÖ.
Ohne auf die Vorwürfe Klements einzugehen, attestierte BZÖ-Chef Peter Westenthaler der FPÖ am Samstag, derzeit in der "Notaufnahme" zu liegen. Die Freiheitliche Partei werde "von der Vergangenheit eingeholt".
TV-Hinweis:
Die Causa der "Geländespiel"-Fotos von FPÖ-Chef Strache ist auch Gegenstand der ORF-Diskussionssendung "Offen Gesagt", die am Sonntag um 22.00 Uhr in ORF2 ausgestrahlt wird.
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