Umgekehrt werden sowohl die Stipendien erhöht als auch die Bezugsvoraussetzungen erleichtert und das bestehende Kreditmodell ausgebaut. Außerdem wird die Möglichkeit geschaffen, die Gebühren durch soziale Arbeit zurückzuverdienen. Die Gebührenhöhe bleibt unverändert.
Für ÖH "größter anzunehmender Unfug"
Das Vorhaben von SPÖ und ÖVP bei den Studiengebühren löste eine Welle der Kritik aus. Als "größten anzunehmenden Unfug" bezeichnet die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) die Einigung - mehr dazu in science.ORF.at.
Die ÖH führte bereits eine erste Protestmaßnahme durch: Rund 30 Studenten kehrten am Montagnachmittag symbolisch als erste "soziale Arbeiter" den Ring vor der Universität Wien.
Ausweitung des Stipendiensystems
Zunächst müssen die Studenten wie bisher ihrer jeweiligen Uni für die Inskription 363,36 Euro überweisen, hieß es von Seiten der SPÖ und der ÖVP. "Abgefedert" werden diese Beiträge durch drei Maßnahmen: Wer Studienbeihilfe bekommt, erhält die Gebühren wie schon bisher refundiert.
Sowohl Stipendienhöhe als auch die Einkommensgrenze für die Bezugsberechtigung sollen angehoben werden. Letztere soll künftig "weiter in den Mittelstand" hineinreichen, wie es hieß.
Zweitens wird das bereits bestehende Modell für zinsenlose Studienkredite ausgebaut. Noch offen ist die genaue Ausgestaltung, möglich ist etwa eine Rückzahlung erst ab dem Erreichen einer bestimmten Einkommenshöhe nach dem Studium.
15 Stunden soziale Arbeit pro Monat
Die dritte Möglichkeit ist neu: Wer weder die Voraussetzungen für den Bezug eines Stipendiums erfüllt noch einen Kredit aufnehmen möchte, kann sich die Gebühren durch gemeinnützige Arbeit zurückverdienen.
Eine Stunde soziale Arbeit, die etwa bei Zivildienstorganisationen oder in der Altenbetreuung abgeleistet werden kann, wird dabei mit sechs Euro verrechnet - für den Ersatz der vollen Gebühren sind also 60 Stunden soziale Arbeit im Semester nötig. Ein Semester dauert vier Monate, was pro Monat 15 Stunden soziale Arbeit bedeutet.
Ersetzt werden die Gebühren auf Antrag des Studenten vom Staat.
Wer es sich leisten kann, kann aber natürlich auch wie bisher ganz normal die Studiengebühren bezahlen. Ebenfalls möglich ist nach wie vor das Aufnehmen einer "normalen" Arbeit neben dem Studium.
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