Die niederösterreichische Rettungsleitstelle LEBIG hat den Ablauf des Kampfes um Prokops Leben detailliert aufgelistet. Der praktische Arzt in Prokops Heimatort Annarotte hatte die Rettungskräfte bereits vom lebensbedrohlichen Zustand der Innenministerin informiert.
Nach sechs Minuten vor Ort
Nach dem Anruf des Arztes wurden sofort der Notarztwagen Lilienfeld (23km Luftlinie entfernt), der Rettungswagen Türnitz (12,3km Luftlinie) und die Bereitschaft Annaberg - der nächstgelegene Rettungsstützpunkt - alarmiert. Dieses Team traf auch zuerst bei Prokop ein.
Sechs Minuten nach dem Anruf des Arztes waren die Rettungskräfte vor Ort. In Begleitung des Mediziners fuhren sie dem Notarztwagen entgegen. In Siebenbrunn trafen die beiden Einsatzfahrzeuge aufeinander und Prokop wurde der Obhut des Notfallmediziners übergeben.
Tod im Notarztwagen
Sieben Minuten später traf der Notarztwagen im Krankenhaus Lilienfeld ein. Prokop hatte zu diesem Zeitpunkt bereits das Bewusstsein verloren, woraufhin - um 21.15 Uhr - auf einen sofortigen Weitertransport in das Zentralklinikum St. Pölten entschieden wurde.
Dem Notarztwagen war zu diesem Zeitpunkt bereits ein Polizei-Vorausfahrzeug zur Seite gestellt worden, eine "Ampelgelbschaltung" war veranlasst worden. Als der Notarztwagen um 21.35 Uhr in St. Pölten eintraf, konnte nur noch der Tod der Patientin festgestellt werden.
"Innerhalb von Sekunden verloren"
Prokop hatte einen Riss der Aorta, der Hauptschlagader erlitten. Primar Harald Mayr verwies im ORF-Fernsehen darauf, dass bei dieser Erkrankung zwar in manchen Fällen operiert werden könne. Reiße jedoch das Gefäß, sei man innerhalb von Sekunden verloren.
Die Ursache des Aorta-Risses war ein Aneurysma, eine Erweiterung der Gefäße. Durch die Erweiterung werden die Gefäßwände belastet, Narbenbildung kann die Gefäße zusätzlich verengen. Das führt wiederum zu noch mehr Druck auf die Gefäßwände an der angegriffenen Stelle.
Erste Symptome am Nachmittag?
Prokop klagte angeblich schon am Nachmittag über symptomatische Schmerzen im Brustbereich, die offensichtlich auf das beginnende Einreißen der Aorta zurückzuführen waren. Zu diesem Zeitpunkt wäre vermutlich noch eine Notoperation möglich gewesen.
Selbst unter besten Umständen haben Patienten einer Notoperation laut einer britischen Studie aus dem Jahr 2002 eine Überlebenschance von 63 Prozent. Die Sterblichkeitsrate bei unbehandelten Aorta-Aneurysmen liegt demnach zwischen 65 und 80 Prozent.
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