Würdigung für Konsenspolitikerin

Anerkennung über alle Parteigrenzen hinweg.
Tief betroffen über das überraschende Ableben von Innenministerin Prokop zeigten sich auch die Parlamentsparteien.

SPÖ: Großer Verlust
SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer würdigte Prokop als "großartige Frau" mit Augenmaß. "Mit ihr verliert Österreich eine außerordentliche Politikerin."

Mit großer Betroffenheit und Trauer vernahm SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos die Nachricht vom plötzlichen und unerwarteten Tod von Prokop. "Mit Liese Prokop verliert Österreich eine Politikerin mit Leib und Seele, die stets das Gemeinsame vor das Trennende gestellt hat", so Darabos gegenüber dem SPÖ-Pressedienst in der Nacht auf Montag.

Liese Prokop sei stets auf "Ausgleich und Konsens bedacht" gewesen, so Darabos. "Uns geht eine Politikerin verloren, die mit Herz und Verstand gehandelt hat und die das Wohl des Landes im Auge hatte." Der SPÖ-Bundesgeschäftsführer erinnert daran, dass er noch vor wenigen Tagen mit Liese Prokop ein Sicherheitspaket für Österreich verhandelt hat.

"Dabei habe ich sie als Frau mit Handschlagqualität kennen gelernt, die ein Gespür für die Sorgen und Anliegen der Menschen hatte. Unsere ganze Anteilnahme gilt ihren Angehörigen und ihrer Familie".

Van der Bellen würdigt Prokop
Liese Prokop war laut Grünen-Chef Alexander Van der Bellen "immer bemüht, die Gesprächsbereitschaft zu wahren" - auch mit Leuten, die nicht ihrer Meinung waren.

Van der Bellen zeigte sich in einer Mitteilung an die APA Montagnacht "tief betroffen" über das unerwartete Ableben der Ministerin und drückte sein Mitgefühl gegenüber deren Familie und Freunden aus.

Strache betroffen
Betroffen über den plötzlichen unerwarteten Tod von Liese Prokop zeigte sich FPÖ-Bundesparteiobmann Hans Christian Strache. "Mein besonderes Beileid gilt ihren Kindern und ihrem Gatten", sagte Strache. Politische Differenzen müssten angesichts einer solchen Tragödie hintanstehen.

"Wir alle versuchen letztlich für Österreich und seine Menschen zu arbeiten. Und auch Liese Prokop hat, davon bin ich überzeugt, das Wohl unseres Landes im Sinn gehabt. Prokop war abseits aller Auffassungsunterschiede ein Mensch, mit dem man reden konnte, und sie hat auch menschlich gehandelt. Ihr Tod ist ein Verlust für unser Land."

Westenthaler: Prokop unvergessen
Für BZÖ-Obmann Peter Westenthaler wird Liese Prokop "unvergessen bleiben". Prokop sei eine "Politikerin mit Handschlagqualität" gewesen, "eine engagierte und couragierte Ministerin", teilte Westenthaler in der Nacht auf Montag der APA mit. Er sei "zutiefst erschüttert", dass die ÖVP-Politikerin "so plötzlich aus dem Leben gerissen" worden sei.

Küberl: "Ohne doppelten Boden"
Äußerst positive Worte für Prokop fand auch Caritas-Präsident Franz Küberl: "Mit Liese Prokop haben wir eine großartige und menschliche Politikerin verloren, die ohne doppelten Boden, mit sympathischer Geradlinigkeit zum Wohle der Menschen in unserem Land gearbeitet hat."

"Sie hat eine neue Qualität in das Innenministerium gebracht, die geprägt war von ihrer langjährigen Erfahrung als Sozialpolitikerin", so Küberl.

ÖGB: "Stets mit Herz und Seele"
ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer würdigte Prokop als "engagierte und konsequente Politikerin und ein Garant für eine konstruktive Zusammenarbeit". Mit ihr habe Österreich eine Politikerin verloren, "die stets mit Herz und Seele für unser Land arbeitete".

Der Tod der früheren Spitzensportlerin hat auch bei der Sportunion und beim ASKÖ Trauer ausgelöst.

Links: