"Das Abbrechen der Regierungsverhandlungen zeigt, dass die ÖVP nach wie vor das Wahlergebnis nicht verkraftet hat", so Darabos' Sicht der Dinge.
"Weg frei machen"
Offenbar seien die jetzigen Regierungsmitglieder nicht mehr willens, für Österreich zu arbeiten, sagte Darabos. Sie sollten daher den Weg frei machen für eine neue Regierung oder "in der ÖVP den Weg frei machen für neue Verhandler", forderte der SPÖ-Politiker.
Wie es nun weitergehen soll, will er vorerst nicht kommentieren: Der Ball liege jetzt beim Bundespräsidenten. "Wir sind nach wie vor interessiert an einer Zusammenarbeit mit der ÖVP, weil es dem Wählerwillen entsprechen würde", so Darabos.
Gegen Neuwahl-Spekulationen
Angesprochen auf die Aussagen des Wiener Bürgermeisters Michael Häupl (SPÖ) betonte Darabos, es sei derzeit noch zu früh, über Neuwahlen oder eine Minderheitsregierung zu spekulieren.
"Jetzt glaube ich, dass noch die Chance besteht, dass Vernunft in der ÖVP einkehrt. Dass Neuwahlen am Ende des Tages herauskommen könnten, das möchte ich nicht verhehlen, das ist aber nicht unser Ziel", so der SPÖ-Geschäftsführer.
"Werden nicht auf Knien bitten"
Sollte die ÖVP an den Verhandlungstisch zurückkehren, dann würde Darabos die Gespräche "natürlich" fortsetzen - auch mit ÖVP-Chef Wolfgang Schüssel als Verhandlungsführer. Allerdings werde die SPÖ nicht "auf Knien" darum bitten. Schließlich sei die ÖVP vom Tisch aufgestanden.
Den Eurofighter-Untersuchungsausschuss verteidigte der SPÖ-Geschäftsführer einmal mehr: "Es braucht niemand Angst vor einem Untersuchungsausschuss zu haben, wenn er ein reines Gewissen und eine weiße Weste hat."
SPÖ wartet ab
Darabos wartet nun auf die Reaktion des Bundespräsidenten. Die SPÖ werde in den nächsten ein, zwei Tagen das Ergebnis analysieren.
Den Vorwurf der ÖVP, die bisherigen Gespräche hätten wenig Substanz gehabt, weist der SPÖ-Politiker zurück und betont, in seinen beiden Verhandlungsgruppen über die innere und äußere Sicherheit habe es sehr wohl Fortschritte gegeben.
Voves: "Regierung soll Sessel räumen"
Der steirische Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) schließt sich der Forderung von Darabos an. Die Vorgangsweise der ÖVP, die Koalitionsgespräche auf Grund des Eurofighter-Auschusses abzubrechen, sei nicht nachzuvollziehen - mehr dazu in steiermark.ORF.at.
Häupl droht mit Neuwahlen
Schon vor dem Beschluss der ÖVP, die Koalitionsverhandlungen zu unterbrechen, hatte Häupl mit Neuwahlen gedroht - mehr dazu in wien.ORF.at.
Niessl: Kein Verständnis für ÖVP-Entscheidung
Kein Verständnis für die ÖVP-Entscheidung zeigte auch der burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) - mehr dazu in burgenland.ORF.at.
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