Auch sonst haben Fanartikel des vollbärtigen Führers der "Partei Gottes" Konjunktur: Das Bild des 46-jährigen schiitischen Geistlichen ziert T-Shirts ebenso wie Schlüsselanhänger, Autos, Motorräder der Verkehrspolizei, Regierungsgebäude und sogar die Notaufnahmen von Krankenhäusern.
"CDs bereits ausverkauft"
"Ich habe die Nachfrage völlig falsch eingeschätzt. Die CDs sind bereits ausverkauft, ich habe nur noch Tonbänder", sagt Otabaschi über seinen jüngsten Verkaufsschlager.
Spätestens seit der israelischen Libanon-Offensive ist der Hisbollah-Führer in Syrien zur Ikone geworden. Kinder in einem Park im Stadtzentrum von Damaskus heben die Hände und lassen ihren Helden mit "Nasrallah, Nasrallah!"-Rufen hochleben.
Nachfrage steigt ständig
Im Nachtklub "Laterna" ertönen neben der üblichen Tanzmusik neuerdings auch Hisbollah-Klänge. Nicht nur Otabaschi, sondern auch andere Geschäftsleute berichten von einer schwunghaft gestiegenen Nachfrage nach Hisbollah-Devotionalien.
Bilder der "Kriegserfolge"
Nahezu jedes Mal, wenn der Hisbollah ein - wie es heißt - Überraschungsschlag gegen Israel gelingt, kommen neue Produkte auf den Markt. Der jüngste Renner in Mohammed Alis Souvenirladen ist ein Plakat, das den Einschlag einer Hisbollah-Rakete in ein vor der libanesischen Küste liegendes israelisches Kriegsschiff zeigt.
Ali verkauft zwar seit Mitte der 90er Jahre Nasrallah-Artikel, so viele wie jetzt ist er aber noch nie losgeworden.
"Der Einzige, der etwas erreicht hat"
"Meine Kunden gehören allen religiösen Richtungen an. Nasrallah ist der einzige lebende arabische Führer, der wirklich etwas erreicht hat. Er hat den Südlibanon von Israel befreit", nennt Ali die Gründe für den Verkaufserfolg.
Was hätten dagegen andere arabische Spitzenpolitiker erreicht, deren Bilder in Kairo und Amman hingen? "Wir Syrer zehren noch immer von den Erfolge des (Jom-Kippur-)Krieges gegen Israel von 1973 - und den haben wir nicht einmal gewonnen", ergänzt Ali.
In einem anderen Plattenladen in Alt-Damaskus können Kunden in einem Gästebuch ihren Gefühlen freien Lauf lassen. "Wenn die Waffen sprechen, versinken Arabiens Führer in Schweigen", hat ein Unbekannter geschrieben.
Von Khaled Yacoub Oweiz, Reuters