Nicht zuletzt der steigende Energiebedarf der Türkei von geschätzten acht Prozent pro Jahr und die Priorisierung des Staudamms durch die türkische Regierung hätten bereits vor Monaten auf die baldige Umsetzung des Projekts hingewiesen, zeigte man sich bei der VA Tech Hydro bereits vor drei Monaten optimistisch.
1,2 Milliarden schweres Projekt
Das gesamte Investitionsvolumen liegt der VA Tech Hydro zufolge bei 1,2 Milliarden Euro, wobei man selbst mit einem Auftragsvolumen von 230 Millionen Euro beteiligt sei. Die VA Tech Hydro war bisher bereits an zirka 60 Prozent der installierten Kraftwerke in der Türkei beteiligt.
Hauptpartner des Unternehmens ist die deutsche Züblin, mitbeteiligt sind die Schweizer Firma Alstom sowie drei lokale Baufirmen unter der Ägide der türkischen Nurol.
Sieben Jahre Bauzeit
VA Tech Hydro-Konzernsprecher Alexander Schwab erklärte, dass für das Staudammprojekt Finanzmittel und Investitionen von Seiten der türkischen Regierung vorgesehen seien, "die sonst niemals in die Region fließen würden".
Bereits im diesjährigen türkischen Budget seien Mittel in Höhe von 20 bis 30 Millionen Dollar für die sukzessive Entschädigung der umzusiedelnden Bevölkerung veranschlagt, ebenso für 2007. Für Schwab ein weiteres Indiz, dass es der Türkei ernst ist mit der schnellen Umsetzung des mit sieben Jahren Bauzeit angesetzten und immer wieder verschobenen Staudammprojekts.
Tausende lokale Arbeitskräfte nötig
Bis zu 7.000 lokale türkische Arbeitskräfte sollen zur Errichtung des Staudamms nötig sein. Weiters würden die umliegenden Unternehmer durch die direkten und indirekten Wertschöpfungsketten profitieren, erklärte Schwab.
Zudem habe man laut VA Tech Hydro auch viele Bedenken der NGOs bereits aufgenommen und umgesetzt. So gebe es "deutliche Verbesserungen gegenüber dem früheren Modell".
Auch sei angesichts der Annäherung der Türkei an die EU auch eine neue Gesetzeslage in Vorbereitung, wobei der Maßstab etwa für Entschädigungen bereits an westliche Standards angepasst sei.
Andritz kauft VA Tech Hydro
Die Wasserkraftsparte der 2005 von Siemens übernommenen VA Tech Hydro wurde im April dieses Jahres vom Grazer Maschinenbauer Andritz AG übernommen.
Der Kaufpreis wurde in Medien auf 180 bis 190 Mio. Euro geschätzt.
Notwendig wurde der Verkauf durch eine EU-Auflage, wonach Siemens Österreich mit der Übernahme der VA Tech dessen Wasserkraft-Geschäft abtreten müsse.
Durch den Erwerb wurde Andritz zu einem der weltweit führenden Anbieter von Wasserturbinen. Der Bereich wurde mit etwa einem Viertel Umsatzanteil mit einem Schlag das zweitwichtigste Geschäftsfeld der Andritz.
Die börsennotierte Andritz-Gruppe ist nach eigenen Angaben einer der Weltmarktführer im Bereich hoch entwickelter Produktionssysteme für die Zellstoff- und Papierindustrie, die Stahlindustrie und andere spezialisierte Industriezweige.
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