Die BBC konnte sich ein Feixen nicht verkneifen, als sie über die "jüngsten" Geschäftsaktivitäten des australischen Medienzaren berichtete. Das war im Jahr 1999.
Mittlerweile weiß man: Murdoch feiert Triumphe auch bei den Neuen Medien und zeigt traditionellen Medienhäusern mit Web-Auftritten wie MySpace.com, wo es langgeht.
Murdoch feierte erst im März seinen 75. Geburtstag. Die Gratulantenschar aus dem Medienbereich hielt sich ob des Rufes, den sich Murdoch über die Jahre erworben hat, eher in Grenzen.
"Ein gewisses Maß an Narben"
Murdoch selbst hat kein Problem mit seinem Image als skrupelloser Machtmensch: "Man kann nicht Außenseiter und über 30 Jahre erfolgreich sein, ohne dabei in seinem Umfeld ein gewisses Maß an Narben zu hinterlassen", offenbarte er dem US-Magazin "Time".
Murdoch ist mittlerweile über 50 Jahre im Mediengeschäft. Mit 22 Jahren übernahm er nach dem Tod seines Vaters dessen Provinzblatt im australischen Adelaide.
Daraus schuf er eine Firma, die heute rund um den Globus Zeitungen, Zeitschriften, Fernsehsender, Filmstudios, Verlage, Satelliten- und Internet-Aktivitäten kontrolliert.
MySpace - Murdochs jüngster Coup
Im Augenblick sorgt jedenfalls nichts für derartige Debatten wie die Internet-Plattform MySpace.
Murdochs News Corp. hat das Portal im Vorjahr im Zuge der Übernahme der Firma Intermix Media, die neben MySpace zahlreiche andere Social-Networking-Sites besaß, erworben.
Mittlerweile zählt MySpace über 61 Millionen registrierte User und ist gerade unter Jugendlichen der weltweit beliebteste Treffpunkt im Netz.
Im richtigen Moment zuschlagen
Auch wenn Murdochs Medienkonzern nicht hinter der Entwicklung von Konzepten wie MySpace stand; er hat jedenfalls zum richtigen Zeitpunkt zugeschlagen.
Hartes Image stammt vom Zeitungsmarkt
In der Umsetzung seiner Firmenstrategie war Murdoch nie zimperlich. Vor allem seine Akquisitionspolitik auf dem Zeitungsmarkt, zuerst in Australien, dann in Großbritannien, hat ihm den Ruf eines Mannes eingetragen, der nur mit harten Bandagen kämpft.
Angriff auf Gewerkschaften
In Großbritannien blies er, der am Anfang seiner Karriere in Australien noch die Labor Party unterstützt hatte, in den 80er Jahren zum Generalangriff gegen die mächtigen Gewerkschaften.
Fleet Street im Aufruhr
Zum Entsetzen des Fleet-Street-Medienestablishments feuerte Murdoch die Streikenden und machte sein Verlagshaus ein paar Kilometer weiter an der Themse auf.
Das Massenblatt "Sun" peppte er unter einem Aufschrei der Entrüstung mit nackten Frauen auf Seite drei auf, der behäbigen "Times" verordnete er mehr Boulevard- und Skandalthemen.
Murdoch wird Amerikaner
Um seine Geschäfte in den USA vorantreiben zu können, nahm er Mitte der 80er Jahre die US-Staatsbürgerschaft an: Denn nur US-Staatsbürger können TV-Stationen in den USA besitzen. Mit seinem rechtskonservativen Kabelsender Fox News startete er seinen Angriff auf den Branchenprimus CNN.
Seit 2004 ist auch News Corp. eine US-Firma und wie ihr Gründer in New York ansässig. 1995 hatte die Eigentümerstruktur rund um News Corp. (amerikanischer Chef, australisches Unternehmen) die US-Kommunikationskommission FCC auf den Plan gerufen.
23 Mrd. Dollar Umsatz
Die News Corp. setzte im vergangenen Geschäftsjahr 2004/2005 (30. Juni) 23 Milliarden Dollar um. Die Familie kontrolliert 29 Prozent der Aktien. Murdoch allein hat laut "Forbes"-Liste ein Vermögen von 7,8 Milliarden Dollar.
Murdoch in China
Anfang der 90er Jahre entdeckte Murdoch China. Erneut geriet er mit seinen Methoden in die Kritik. Er habe sich bei der Pekinger Führung auf infame Art eingeschmeichelt, warf ihm die BBC vor, etwa durch den Rauswurf des Peking-kritischen Senders aus seinem dort ausgestrahlten Star-TV und durch die Unterdrückung der Memoiren des in Peking verhassten letzten britischen Gouverneurs von Hongkong, Chris Patten, im eigenen Verlag.
Der damalige Präsident Jiang Zemin lobte prompt die "ausgewogene" China-Berichterstattung der Murdoch-Medien.
"Glaube nicht, dass es Kommunisten in China gibt"
Ob dieser Schmusekurs für einen erklärten Antikommunisten nicht Heuchelei sei, wurde Murdoch damals gefragt. "Ich glaube nicht, dass es überhaupt noch Kommunisten in China gibt", lautete seine Antwort.
"Gehen Sie eigentlich irgendwann in den Ruhestand?" wollte jüngst ein Reporter eines australischen Businessmagazins wissen. "Daran denke ich nie", antwortete Murdoch.
Zumindest die Gene lassen vermuten, dass Murdoch noch einen langen Atem haben könnte. Seine Mutter, Dame Elizabeth, ist 97 und wird von Medien als "ziemlich munter" beschrieben.
Links:
- News Corp.
- MySpace
- Rupert Murdoch (Wikipedia)