Die Urgewalt des Eros

Die glanzvolle "Figaro"-Premiere wird live im ORF übertragen.
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Die Salzburger Festspiele kommen in Fahrt. Wenige Tage nach der Eröffnung des Festivals feiert am Mittwoch die mit höchster Spannung erwartete Operninszenierung Premiere: "Le nozze di Figaro" mit Weltstars wie Anna Netrebko, Bo Skovhus und Ildebrando d'Arcangelo auf der Bühne und Nikolaus Harnoncourt am Dirigentenpult.

Die Nachfrage nach Karten für den Opern-Blockbuster ist acht Mal so groß wie das Angebot - und doch gibt es für alle die Chance, bei der Premiere dabei zu sein: ORF2 überträgt "Le nozze di Figaro" am Mittwochabend ab 19.55 Uhr live aus Salzburg.

Brisanter Stoff
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Schon als die Oper des "Dream-Teams" Mozart und Lorenzo da Ponte am 1. Mai 1786 im Wiener Burgtheater uraufgeführt wurde, war sie ein voller Erfolg. Den noch größeren Erfolg feierte Mozart mit dem "Figaro" allerdings in Prag; als direkte Folge erhielt er dort 1787 den Kompositionsauftrag für "Don Giovanni".

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Dass die Oper überhaupt aufgeführt werden durfte, ist wohl Mozarts und Da Pontes diplomatischem Geschick zu verdanken: Die Vorlage, Beaumarchais' "Der tolle Tag", prangert die Missstände im Frankreich vor der Revolution an - und hatte deshalb Bühnenverbot. Im italienischen Libretto Da Pontes wurde der Text aber zumindest entschärft.

Eros als "Geist" auf der Bühne
Regie führt bei dem Opern-Event Claus Guth, der heuer wohl der profilierteste Regisseur in Salzburg ist. Neben dem "Figaro" hat er auch Mozarts Opernfragment "Zaide" und die Uraufführung von "Adama" von Chaya Czernowin inszeniert.

Für seinen "Figaro" hat Guth eine zusätzliche Figur erfunden: "Es ist Eros selbst, der die Szene bereichern und als eine Art Geist auf der Bühne präsent sein wird - aber mehr sage ich nicht."

Lustspiel mit Abgründen
Guth hält das Bühnenstück für die schwierigste aller Opern. Ihn interessiere dabei weniger das Lustspiel, vielmehr "ein Ausleuchten der Abgründe aller Charaktere, auch der vermeintlichen Nebenfiguren", erklärte der Regisseur.

"In dieser Oper gibt es alle Formen von Liebe und Begierde. Ich will zeigen, wie die jungen, alten, armen oder reichen Menschen in dieser Oper von der Urgewalt des Eros getrieben werden. In meinem Kabinett an komplexen Persönlichkeiten zerreißt es die Figuren zwischen Moral, Lust und Trieb. Da hat Humor durchaus seinen Platz, ein skurriler und absurder Humor, die Comedia dell'Arte oder der Verwechslungsklamauk haben mich nicht interessiert."

Bewährtes Team
Rund um die TV-Übertragung in ORF2 liefert das bewährte Team Barbara Rett, Christoph Wagner-Trenkwitz und Franz Zoglauer mehrstündige Live-Berichterstattung aus Salzburg. In der Pause gibt es etwa Hintergründe zur Oper, Berichte von den Proben und "Seitenblicke" auf die anwesende Prominenz in Salzburg.

Für die Fernsehregie ist erneut der Emmy-Preisträger Brian Large zuständig, der schon die Live-Übertragungen von "Rosenkavalier" (2004) und "La Traviata" (2005) aus Salzburg inszenierte - mehr dazu in tv.ORF.at.

Als Alternative zum Fernsehen überträgt auch Ö1 die glamouröse Opernpremiere. Im Radio präsentiert Hannes Eichmann die Übertragung; Haide Tenner bittet in der Pause Dirigent Harnoncourt zum "Künstlergespräch" - mehr dazu in oe1.ORF.at.

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