Nach der überraschenden Wahl Haiders zum Parteichef beim FPÖ-Bundesparteitag 1986 in Innsbruck war es Gaugg, der Haider nach dem Abstimmungssieg über Norbert Steger auf seinen Schultern zum Podium trug.
Zahlreiche politische Funktionen
Von 1989 bis 1991 war Gaugg Abgeordneter zum Kärntner Landtag, von 1985 bis 1989 Mitglied des Gemeinderates Klagenfurt, von 1991 bis 1997 Vizebürgermeister in Klagenfurt.
1990 trat Gaugg in die Bundespolitik ein und war bis 1992 Bundesparteiobmann-Stellvertreter der FPÖ, dann geschäftsführender Obmann der Kärntner FPÖ bis 1994. Seit 1995 war Gaugg Bundesobmann der FPÖ-Arbeitnehmer, seit 1997 Vorstandsmitglied der Kärntner Arbeiterkammer.
Dem Nationalrat gehörte der Kärntner von 1997 bis 2002 an. Nach der Bestellung von Herbert Haupt zum Sozialminister wurde Gaugg im Herbst 2000 zum Sozialsprecher seiner Partei bestellt. Auch das endete 2002.
Aufregung über Nazi-Buchstabierer
Nur ungern erinnert wird Gaugg an seinen Ausspruch von 1993: "Neu, attraktiv, zielstrebig, ideenreich" - diese vier Attribute als Neuinterpretation des Wortes "Nazi" wird Gaugg nicht mehr los.
Was im November 1993 als laut Eigenaussage "harmloses Wortspiel" gedacht war, löste damals in Klagenfurt eine Regierungskrise aus, schlug nationale Wellen und führte zu internationalen Kommentaren über den Nazi-Buchstabierer. Das Gerichtsverfahren gegen Gaugg wurde eingestellt.
Kampf um PVA-Sondervertrag
Wochenlang war Gaugg auch heftiger Kritik durch Medien und Opposition ausgesetzt, weil er den Posten des stellvertretenden Generaldirektors der gesetzlichen Pensionsversicherungsanstalt (PVA) angenommen hatte, ohne auf sein Mandat als Abgeordneter zu verzichten.
Die FPÖ war in der Vergangenheit stets für eine strikte Trennung dieser Ämter eingetreten. Ein von Gaugg für den Posten geforderter Sondervertrag, der ihm ein höheres Gehalt sichern sollte, wurde von den zuständigen Gremien wiederholt abgelehnt.
Ende der Polit-Karriere
Im August 2002 war Gaugg schließlich in seiner Kärntner Heimat in alkoholisiertem Zustand in eine Verkehrskontrolle geraten. Ihm wurde der Führerschein abgenommen.
In weiterer Folge musste er sowohl sein Nationalratsmandat als auch seinen Posten als stellvertretender Generaldirektor der PVA abgeben.
Gaugg klagte wenig später die FPÖ - damals noch unter Führung von Susanne Riess-Passer -, weil diese ihm eine monatliche Rente von 10.000 Euro zugesagt haben soll, um ihn zum Verzicht auf seine Ämter zu bewegen. Die Zusage wurde im Lauf des Verfahrens von Riess-Passer dementiert. Auch der Kärntner Landeshauptmann und Ex-FPÖ- und Ex-BZÖ-Chef Haider wusste nach eigenen Aussagen nichts davon.
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