Ausgerechnet im abendlichen Berufsverkehr, wenn die Waggons nicht nur voll besetzt sind, sondern Pendler in Trauben aus den offenen Türen heraushängen, zündeten Terroristen am Dienstag in sieben Zügen Bomben.
Verbindung zu Kaschmir-Attentaten?
Zunächst bekannte sich niemand zu der Bluttat in Bombay. Die indische Regierung untersucht, ob es eine Verbindung zu einer Anschlagserie muslimischer Extremisten am Dienstag im indischen Teil Kaschmirs geben könnte.
Polizei glaubt Dementi nicht
Die aus Pakistan heraus operierende muslimische Terrorgruppe Lashkar-e-Toiba - die bei Anschlägen in Indien stets zu den ersten Verdächtigen gehört - dementierte jede Beteiligung an der Bombenserie in Bombay.
Sicherheitsexperten hielten das Dementi allerdings für kaum glaubwürdig.
Auch Maoisten verdächtig
Vor allem muslimische Extremisten, aber auch exotisch anmutende Gruppen wie die Maoisten, die inzwischen in mehr als einem Drittel der indischen Bundesstaaten aktiv sind, bekämpfen die Regierung in Neu-Delhi.
Schock in Indien
Fassungslos verfolgte die bevölkerungsreichste Demokratie der Welt, wie die Zahl der Toten in kurzer Zeit in dreistellige Höhen schoss. Kommentatoren verglichen die Anschläge mit denen von London vor einem Jahr.
"Das ist Indiens 7/11"
Ein Jahr und vier Tage vor den Anschlägen in Bombay attackierten Terroristen die Londoner U-Bahn - und damit ebenfalls die wichtigste Verkehrsverbindung einer Metropole. Damals kamen 56 Menschen ums Leben.
"Das ist Indiens 7/11", sagte ein Kommentator im indischen Fernsehen zu den Bombenanschlägen in der 14-Millionen-Metropole - eine beängstigende Mischung aus dem 7. Juli 2005, dem Datum der Anschläge in London, und dem 11. September 2001, an dem die Terrorangriffe El Kaidas in New York und Washington den internationalen "Krieg gegen den Terrorismus" auslösten.
Profis waren am Werk
Wenn auch unklar ist, wer hinter den Anschlägen in Bombay steckt - fest steht, dass Profis am Werk waren.
Nur eine Terrorgruppe könne die logistische Herausforderung meistern, alle Sprengsätze binnen einer halben Stunde zu zünden, sagte Bombays Polizeichef A. N. Roy.
"Indien ins Mark getroffen"
Die Täter wussten auch, dass sie mit den Bomben nicht nur Bombays wichtigste Verkehrsverbindung, sondern ganz Indien ins Mark treffen würden.
Symbol für ökonomischen Aufstieg
Bombay ist das Symbol für Indiens ökonomischen Aufstieg, in der jüngsten Vergangenheit hat das Land vor allem als kommende Wirtschaftsmacht weltweit Schlagzeilen gemacht.
Zahlreiche ungelöste Probleme
Selbstbewusst präsentiert sich Indien auf der internationalen Bühne. Fast in Vergessenheit gerät bei all der Indien-Euphorie, dass auf dem Subkontinent immer noch zahlreiche ungelöste Konflikte toben.
Dass Indien nicht nur eine Erfolgsgeschichte ist, haben die Anschläge in Bombay nachdrücklich bewiesen.
Furcht vor weiteren Anschlägen
Die Anschlagserie am Dienstag war die schwerste in Bombay seit 1993, damals starben mehr als 300 Menschen. Und die Bomben vom Dienstag dürften nicht die letzten gewesen sein, die Indien erschüttern.
Can Merey, dpa
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