Die Bomben seien am Dienstagabend in voll besetzten Vorortezügen der indischen Finanzmetropole detoniert. Bei den offenbar koordinierten Anschlägen in den voll besetzten Zügen wurden laut offiziellen Angaben 163 Menschen getötet und 464 verletzt. Laut der Nachrichtenagentur PTI hat sich die Opferzahl jedoch auf 190 erhöht. 625 Menschen seien verletzt worden.
Ein terroristischer Hintergrund wird vermutet. Die Sprengsätze explodierten innerhalb von 30 Minuten.
Mitten in der Stoßzeit
Die Detonationen ereigneten sich während des abendlichen Hauptverkehrs. Mehr als sechs Millionen Pendler fahren täglich mit den Vorortzügen Bombays, die damit das weltweit meistgenutzte Nahverkehrsmittel in Großstädten sind. Alle Bahnhöfe in der Metropole wurden abgeriegelt.
Explosionen gab es laut Berichten indischer Medien an den Bahnstationen Matunga, Khar, Santacruz, Jogeshwari, Borivali und Bhayendar in Bombay und seinem Einzugsgebiet.
Pendler flüchteten in Panik aus den Zügen. Die Nachrichtenagentur PTI berichtete, alle Detonationen hätten sich in Waggons der ersten Klasse ereignet. Die Pendlerzüge im indischen Finanzzentrum sind häufig völlig überfüllt.
Behörden wussten von Anschlag
Premierminister Manmohan Singh kam am Abend zu einem Krisentreffen mit Innenminister Shivraj Patil zusammen. Patil gab anschließend bekannt, dass die Behörden Informationen hatten, dass ein Anschlag bevorstand. Allerdings sei weder Zeit noch Ort bekannt gewesen.
"Teil eines organisierten Anschlags"
Für alle indischen Großstädte wurde Alarm ausgerufen. P. S. Pasricha von der Polizei in Bombay sagte, die Explosionen seien Teil eines gut organisierten Anschlags gewesen.
Musharraf verurteilt Anschläge
Der pakistanische Staatschef Pervez Musharraf und der Regierungschef des Nachbarlandes verurteilten "den terroristischen Angriff", wie es in Islamabad hieß.
Monsun behindert Rettungsarbeiten
Der Polizeichef betonte in einer ersten Stellungnahme, nun gehe es zunächst darum, alle Überlebenden so rasch wie möglich zu bergen. Schwerer Monsunregen behinderte allerdings die Arbeit der Rettungskräfte.
Augenzeugen berichteten von Menschen, die in den Stationen verstreut auf dem Boden lagen. TV-Stationen brachten Aufnahmen, die zeigten, wie Menschen Verletzte zu Rettungsautos trugen und in den Trümmern nach Überlebenden suchten. Einige der Verletzten telefonierten hektisch am Handy.
Exekutive in Alarmbereitschaft
In Bombay und auch in der Hauptstadt Neu-Delhi wurden die Sicherheitskräfte in Alarmbereitschaft versetzt. Zunächst bekannte sich niemand zu den Anschlägen.
Die Polizei soll auf der Suche nach Verdächtigen allerdings unmittelbar nach den Anschlägen landesweit Hausdurchsuchungen begonnen haben. Die Zeitung "India Daily" berichtete in ihrer Online-Ausgabe bereits von militanten Islamisten als Täter.
Terroristischer Hintergrund vermutet
Die kurze Aufeinanderfolge von Detonationen ist eine Taktik, die bereits in der Vergangenheit von kaschmirischen Extremisten angewendet wurde. Auch Polizeichef Roy geht auf Grund der offensichtlich koordinierten Explosionen von einem terroristischen Hintergrund aus.
Granatenattacke in Kaschmir
Nur Stunden vor der Bombenserie waren in Kaschmir bei einer Granatenattacke von islamischen Extremisten acht Menschen in Srinagar im indischen Teil der umstrittenen Provinz getötet worden.
Kaschmir wurde 1947 zwischen Indien und Pakistan geteilt. Im indischen Teil Kaschmirs kämpfen seither mehr als ein Dutzend militante muslimische Gruppen für die Unabhängigkeit des Gebiets von Indien oder seinen Anschluss an Pakistan. Der Konflikt kostete allein seit 1989 mehr als 66.000 Menschen das Leben.
Bei einer Bombenserie im August 2003 waren in Bombay Dutzende von Menschen getötet und 35 weitere verletzt worden.
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