Hoher Besuch mit großen Auswirkungen

Schüssel will Bush um Schließung von Guantanamo bitten.
Am Dienstag gegen 21.30 Uhr trifft US-Präsident George W. Bush in Wien ein. Zu diesem Zeitpunkt ist Wien bereits im Ausnahmezustand.

Wo immer sich der wohl mächtigste Mann der Welt in den Stunden darauf aufhalten wird - von der Flughafenautobahn über das Hotel Intercontinental, wo er residiert, bis zur Hofburg, dem Tagungsort des EU-USA-Gipfels - herrscht absolute Sperrzone.

Sperrzonen in der City
Rund um das Hotel Intercontinental tritt das Platzverbot am Dienstag um 17.00 Uhr in Kraft, bei der Hofburg am Mittwoch um 7.00 Uhr.

Dann dürfen entsprechend der Verordnung der Behörde nur Personen, die in Zusammenhang mit dem Bush-Besuch stehen, Polizei, Rettung und Feuerwehr, akkreditierte Medienvertreter und Anrainer die teilweise durch Gitter gesicherten Sperrzonen betreten.

©Bild: APA
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Gebiet großräumig abgeriegelt
Die Sperrzone um die Hofburg umfasst den Gebäudekomplex selbst mit dem Konferenzzentrum, etlichen Museen und der Nationalbibliothek, Heldenplatz und Volksgarten, einen Teil der Löwelstraße, die Schauflergasse, den Michaelerplatz und die Augustinerstraße bis zur Albertina sowie den Burggarten.

Auch der Stephansplatz wird für Normalsterbliche nicht mehr zu betreten sein - allerdings wird dieser nicht für den US-Präsident, sondern für seine Frau Laura, also für das Damenprogramm, gesperrt.

Schließtag für Geschäfte
Teile einiger Seitengassen der Augustinerstraße werden ebenfalls gesperrt. Nur am Rande betroffen ist der Ring.

Für zahlreiche Gastronomie- und Geschäftsbetriebe bringt der Bush-Besuch einen unfreiwilligen "Schließtag" mit sich. Bis zu 300 Unternehmen sind davon betroffen - und nicht besonders glücklich darüber.

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Verkehrschaos vorprogrammiert?
Probleme bringt der Besuch auch für Autofahrer und Anrainer: Denn neben zahlreicher Straßensperren müssen auch 2.500 Parkplätze geräumt werden, davon alleine fast 1.000 in der Schüttelstraße im 2. Bezirk, weil dort Bush mit seinem Konvoi aus 60 Fahrzeugen vom Flughafen kommend Richtung City fährt.

Ab Dienstag um 6.00 Uhr rückt die Wiener Abschleppgruppe in voller Wagenstärke aus, um das Halteverbot entlang der Fahrstrecken des Präsidenten durchzusetzen.

Auch "Unterwelt" und Luftraum im Visier
Die heimische Exekutive stellt 2.000 Mann, um den Staatsgast zu schützen. Wie viele Beamte des Secret Service ebenfalls in Wien an Ort und Stelle sind, ist ein gut gehütetes Geheimnis.

Doch nicht nur zu ebener Erde werden höchste Sicherheitsvorkehrungen getroffen: Bis zum Eintreffen von Bush durchsucht eine Spezialeinheit der Wiener Polizei jeden Winkel des innerstädtischen Abwassersystems nach Waffen und Bomben.

Und rund um Wien herrscht in den kommenden Tagen ein Flugverbot - nicht natürlich für Bush, der möglicherweise bei seiner Abreise am Mittwochabend per Helikopter direkt vom Heldenplatz nach Schwechat geflogen wird.

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Bushs Programm noch unklar
Was Bush bei seinem Wien-Besuch unternehmen wird, ist noch nicht ganz klar. Laut "Kronen Zeitung" wird er "auf ausdrücklichen Wunsch seiner Frau Laura" die Österreichische Nationalbibliothek besichtigen und dort mit einer Gruppe ausgewählter Studenten diskutieren.

Beim EU-USA-Gipfel selbst soll es vor allem um internationale Fragen wie den Nahen und Mittleren Osten, den Iran, den Wiederaufbau des Irak, die Bekämpfung des Terrors und die Energiesicherheit gehen.

Guantanamo als Thema
Doch auch für Bush unangenehme Themen wie das US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba und die Gefangenentransporte durch den US-Auslandsgeheimdienst CIA in Europa sollen zur Sprache kommen.

Laut dem Staatssekretär im Außenministerium, Hans Winkler, will der amtierende EU-Ratspräsident Kanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) Bush auch erneut um die Schließung Guantanamos bitten.

Tausende bei Demonstration erwartet
Viel deutlichere Worte werden wohl auf den angekündigten Demonstrationen zum Bush-Besuch fallen.

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Während bei einer ersten Kundgebung Mittwochfrüh beim Westbahnhof noch nicht allzu viele Teilnehmer erwartet werden, rechnet die Exekutive für die Hauptdemo ab 17.00 Uhr auf demselben Platz doch mit 5.000 bis 10.000 Demonstranten. Der Zug soll sich quer durch Wien bewegen, die Schlusskundgebung findet dann am Abend im Votivpark statt.

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