Neun Wochen hielt sich der Song in Großbritannien auf Nummer eins, stürmte jüngst auch in Österreich die Top 40, und die dazugehörige Platte "St. Elsewhere" schaffte es ebenfalls ausschließlich via Downloads in die Album-Charts.
"Leak", Werbespot, Downloads
"Crazy" ist ein Paradebeispiel für eine neue Art von Mediensynergie, derer sich die Musikindustrie bedient. Der Song des Hip-Hop-Produzenten Danger Mouse und des Soulsängers Cee-Lo wurde bekannt, nachdem er Ende des Vorjahres - also Monate vor der Veröffentlichung - im Internet auftgetaucht war.
Der britische Radiomoderator Zane Lowe verwendete ihn daraufhin als Soundtrack für einen Werbeclip für seine Sendung. Die so aufgebaute Popularität schlug sich schließlich in den Downloads nieder.
Aus dem Verkauf genommen
Gnarls Barkley und ihr Plattenlabel entschieden sich vor wenigen Tagen, "Crazy" in Großbritannien nach neun Wochen aus dem Verkauf und somit aus der Hitparadenwertung zu nehmen. Die Musikfans sollen "den Song in schöner Erinnerung behalten und sich nicht von ihm satt hören", lautete die Begründung.
Der letzte Song, der sich so lange auf der Topposition der britischen Charts halten konnte, war 1994 "Love Is All Around" von Wet Wet Wet.
Auch für Gorillaz-Erfolg verantwortlich
Der US-Produzent Danger Mouse - mit bürgerlichem Namen Brian Burton - hat sich damit endgültig als Spezialist für hitparadentaugliche Ohrwürmer mit Anspruch etabliert, nachdem er im Vorjahr bereits das international erfolgreiche Album "Demon Days" der Comic-Band Gorillaz produziert hatte.
Mit "Grey Album" bekannt geworden
Dass Gnarls Barkley mit legalen Downloads nun das Herz der Musikindustrie höher schlagen lassen, ist beinahe ein Treppenwitz der Popgeschichte. Denn Danger Mouse wurde mit einem Werk bekannt, das vor zwei Jahren etliche Urheberrechtsanwälte beschäftigte.
Burton hatte die Idee, aus den Vokal-Parts von Jay-Zs "Black Album" und Instrumental-Samples des "White Albums" von den Beatles ein "Grey Album" zu basteln.
Die Beatles-Plattenfirma EMI ging juristisch dagegen vor, doch das "Grey Album" ist nach wie vor beliebtes Tauschobjekt in diversen Filesharing-Netzwerken und hat zahlreiche ähnliche Projekte inspiriert.
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