Der Affe rückt dem Menschen näher

Grundrechte sollen Menschenaffen in Spanien schützen.

  Sollen Menschenaffen so etwas wie Menschenrechte erhalten? Die regierenden Sozialisten haben sich in Spanien die Forderungen des internationalen "Projekts Menschenaffen" zu Eigen gemacht und im Parlament eine entsprechende Initiative gestartet.

Der Vorschlag sieht vor, dass Schimpansen, Gorillas, Orang-Utans und Zwergschimpansen auf Grund ihrer Verwandtschaft mit dem Menschen bestimmte Grundrechte erhalten.

Drei Grundrechte für die Affen

Drei Rechte sollen den Menschenaffen zugesprochen werden:

  • Dazu gehört erstens das Recht auf Leben. Es besagt, dass die Primaten - außer zur Selbstverteidigung - nicht getötet werden dürfen und ihre Lebensräume geschützt werden müssen.
  • Das zweite Recht ist das auf Freiheit. Danach dürften Menschenaffen weder in Zoos gefangen gehalten noch in Zirkusarenen vorgeführt werden.
  • Drittens soll für die Tiere das Recht auf körperliche Unversehrtheit gelten. Danach müssten Menschenaffen vor "Folter" geschützt werden und dürften nicht mehr in Labors zu Forschungszwecken verwendet werden.

Projekt seit acht Jahren

Das "Projekt Menschenaffen" wurde vor acht Jahren gestartet und wird nach eigenen Angaben von Wissenschaftlern an 70 Universitäten unterstützt.

"Wenn Spanien die Vorschläge annimmt, wäre es nach Neuseeland weltweit das zweite Land, das unseren Empfehlungen folgt", sagt Pedro Pozas, der Generalsekretär des Projekts in Spanien.

"Zu viel Fortschritt führt zu Lächerlichkeit"

Das Vorhaben löste in Spanien erheblichen Wirbel aus und stieß zum Teil auf heftige Kritik. "Zu viel Fortschrittlichkeit führt zur Lächerlichkeit. Die Regierung will den Affen Rechte einräumen, die sie ungeborenen Kindern versagt", meinte der Erzbischof von Pamplona, Fernando Sebastian, unter Hinweis auf die Problematik der Abtreibung.

Auch Amnesty erstaunt

Die Chefin der spanischen Sektion von Amnesty International, Delia Padron, beklagte: "Es ist erstaunlich, dass den Affen Menschenrechte zugesprochen werden sollen, obwohl noch nicht einmal alle Menschen diese Rechte besitzen."

Falsche Übersetzung?

Umweltministerin Cristina Narbona unterstützt die Initiative, stellte aber zugleich klar: "Es geht um gewisse Grundrechte und nicht darum, den Affen die Menschenrechte zuzuerkennen. Das ist ein Missverständnis, das durch eine falsche Übersetzung aufgekommen ist."

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