Erfolg für Brown

Die Klage der Sachbuchautoren Michael Baigent und Richard Leigh wurde zurückgewiesen.

  Der US-Bestsellerautor Dan Brown hat den Plagiatsprozess wegen seines weltweit erfolgreichen Thrillers "Sakrileg" gewonnen.

Ein Gericht in London wies Anfang April die Klage der Autoren Michael Baigent und Richard Leigh zurück, Brown habe die Idee und Argumente für seinen Erfolgsroman aus ihrem Sachbuch "The Holy Blood and The Holy Grail" ("Der heilige Gral und seine Erben") gestohlen.

Deutliche Worte des Richters

"Es wäre sehr falsch, wenn belletristische Autoren in Zukunft ihre Werke so auseinander nehmen lassen müssen, wie das beim 'Da Vinci Code' in diesem Fall passiert ist", schrieb Richter Peter Smith in seiner 71-seitigen Urteilsbegründung. Außerdem bezeichnete er Baigent und Lee als "Autoren angeblich historischer Bücher".

Brown: "Behauptung war unbegründet"

"Das Urteil zeigt, dass diese Behauptung völlig unbegründet war", erklärte der 41-jährige Brown. Er sei nach wie vor erstaunt, dass die beiden Briten den Fall überhaupt vor Gericht gebracht hatten.

Browns Erfolgsroman beruht wie das Buch der Kläger auf der Annahme, Jesus Christus habe Maria Magdalena geheiratet und mit ihr Kinder gezeugt. "Sakrileg" wurde 2003 veröffentlicht und verkaufte sich seitdem weltweit 40 Millionen Mal.

Hohe Gerichtskosten

Nun können sich alle Beteiligten auf eine gewisse Art zu den Gewinnern zählen. Auf Baigent und Leigh warten zwar mehr als eine Million Pfund an Gerichtskosten. Allerdings hat der Medientrubel die Verkaufszahlen von "Der heilige Gral und seine Erben" massiv in die Höhe getrieben.

Zudem hat Baigent gerade ein neues Buch veröffentlicht, das allein in der deutschen Ausgabe mit 80.000 Stück Erstauflage ausgeliefert wurde.

Brown nur Zeuge

Brown, der in der Öffentlichkeit nur selten auftritt, sagte in dem Prozess als Zeuge aus. Die Klage richtete sich gegen seinen Verlag Random House, eine Tochter des deutschen Bertelsmann-Konzerns. Brisanterweise erschien auch der "Heilige Gral" bei Random House.

Hunderte Quellen

Brown bestätigte in dem Prozess, dass er und seine Frau Blythe, die einen Großteil der Informationen für den Thriller recherchierte, vor der Arbeit an "Sakrileg" auch "Der heilige Gral und seine Erben" lasen.

In sein Werk seien darüber hinaus jedoch Informationen aus 38 weiteren Büchern und Hunderten Dokumenten eingeflossen. Die Verteidigung führte an, dass die verwendeten Ideen über das Leben von Jesus Christus so allgemein seien, dass sie nicht gesetzlich geschützt werden könnten.

Links:

 
  ORF.at