Mit Mundpropaganda zum Erfolg

Alle vier Romane von Dan Brown wurden zu Bestsellern.

  Seit Dan Brown mit seinem Verschwörungsthriller "Sakrileg" einen weltweiten Erfolg verbuchen konnte, landet der US-Autor einen Millionenseller nach dem anderen - wenn auch mit älteren Werken.

Browns Erstlingsroman "Diabolus" (im Original: "Digital Fortress") schlug genauso ein wie "Illuminati", der Vorgänger von "Sakrileg". Der Grund für den ansonsten weltweiten Erfolg: Mundpropaganda.

Kritiken egal

Umfragen zufolge hatten Marketing und Werbekampagnen auf die "Da Vinci Code"-Käufer kaum Einfluss - sondern vor allem Weiterempfehlungen von anderen Lesern. Und auch Kritiken, die nur selten durchwegs positiv ausfielen, konnten den Erfolg nicht stoppen.

Kontroversielle Handlung

Brown räumt in "Sakrileg" mit fast allem auf, was der katholischen Kirche heilig ist. Bei ihm wird Jesus Christus zum sterblichen Menschen, der mit Maria Magdalena verheiratet war und noch dazu ein Kind mit ihr zeugte.

Die Kirche habe die historischen Fakten seit Beginn der Zeitrechnung mit aller Macht unterdrückt, um Jesus zum Sohn Gottes zu machen - "die größte Verschleierungsaktion in der Geschichte der Menschheit", lässt Brown eine der Hauptfiguren sagen.

Das "Da Vinci"-Genre

Das kontroversielle Thema hat nicht nur dazu geführt, dass sich Browns eigene Bücher millionenfach verkaufen. Rund um "Da Vinci Code" hat sich fast so etwas wie ein eigenes Sachbuch-Subgenre gebildet:

Bücher, die den Code erklären; Bücher, die "Die Wahrheit über den Da Vinci Code" (so ein Buchtitel) herausgefunden haben wollen; "Gegen-Bücher", die auf die Fehlerhaftigkeit der Thesen von Brown verweisen und die offizielle katholische Lehre über das Leben von Jesus Christus und seiner Jünger verteidigen.

Erpressung mit "Da Vinci Code"

Der "Da Vinci Code" ist damit ein Bestandteil der Allgemeinkultur geworden wie kaum ein anderer aktueller Bestseller - mit immer kurioseren Auswüchsen.

In Australien hatten etwa Erpresser die im "Da Vinci Code" beschriebene Verschlüsselungsmethode verwendet, um via Zeitungsinseraten mit einem Baukonzern zu kommunizieren. Sie drohten damit, Kranfahrer des Unternehmens umzubringen, wenn dieses nicht 50 Millionen australische Dollar zahle.

Erfolg mit zweitem Roman

Brown ist der Sohn eines erfolgreichen Mathematikers und einer Kirchenmusikerin. Er studierte am Amherst College und lehrte einige Jahre an der Uni, bevor er 1996 "Digital Fortress" im E-Book-Format herausgab und damit ursprünglich wenig Erfolg hatte.

Der zweite Versuch, "Illuminati" über die Verschwörungstheorie um den Orden der Illuminaten, brachte dann den Durchbruch. Und auch "Deception Point" eroberte als "Meteor" die deutschsprachigen Bestsellerlisten.

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