Ausstellung in Los Angeles geplant

Die fünf Klimt-Bilder sind am Dienstag aus dem Belvedere abtransportiert worden.

  Die fünf Klimt-Gemälde aus der Österreichischen Galerie Belvedere, die an die Erben nach Bloch-Bauer restituiert wurden, sind am Dienstag von einer Transportfirma abgeholt worden, wie jetzt das Museum bestätigte.

Sie befinden sich bereits auf dem Weg in die USA und sollen zunächst im Los Angeles County Museum Of Art (LACMA) gezeigt werden.

Im Jänner entschieden

Bei den Bildern handelt es sich um die Gemälde "Adele Bloch-Bauer I", "Adele Bloch-Bauer II", "Apfelbaum", "Buchenwald/Birkenwald" und "Häuser in Unterach am Attersee".

Der langjährige Rechtsstreit zwischen den Erben und der Republik Österreich wurde im Jänner durch einen Schiedsspruch zu Gunsten der Erben um Maria Altmann entschieden.

Altmann: Frist für Ankauf verlängert

Mitte Februar hatte Altmann erklärt, die Erben - neben ihr Francis Gutmann, Trevor Mantle, George Bentley und Nelly Auersperg - hätten die Frist für österreichische Interessenten am Kauf eines oder mehrerer der Bilder erneut verlängert.

Auf Betreiben insbesondere von Auersperg würden die Bilder nicht wie vorgesehen am 1. März Wien verlassen, sondern bis Ende März verbleiben, so Altmann damals.

Zukunft noch nicht entschieden

Die Entscheidung über die Zukunft der Bilder sei durch den Abtransport aber noch nicht gefallen, betonte Altmann-Anwalt E. Randol Schoenberg.

"Wir haben unsere Anstrengungen auf den Abtransport der Gemälde konzentriert, was die Beschäftigung mit komplizierten Fragen des Verpackens und der Versicherung nötig machte", so Schoenberg. "Daher hatten wir noch keine Zeit für weitere Diskussionen, was letztlich mit den Gemälden passieren wird."

"Ankaufbemühungen gehen weiter"

Der Wiener Galerist John Sailer, der zuletzt eine Initiative zur Gründung einer privaten "Österreichischen Kulturstiftung" angeregt hatte, betonte: "Unsere Bemühungen um einen Ankauf eines oder mehrerer Gemälde, insbesondere eines der beiden Bloch-Bauer-Porträts, werden trotzdem weitergehen."

Sailer: Positive Gespräche

Er habe bereits viele zum Teil sehr positive Gespräche mit Banken und Unternehmen geführt, so Sailer, auch wenn er noch keine konkreten Zusagen und Namen nennen könne.

Auch wenn es wohl keine unbeschränkte Frist für einen Ankauf gebe, rechne er auf Grund seiner Gespräche mit Schoenberg nicht mit einer unmittelbar bevorstehenden Entscheidung für einen anderweitigen Verkauf oder eine Versteigerung der Gemälde.

Ansturm aufs Belvedere

Anfang Februar nahmen Tausende Besucher im Belvedere die Gelegenheit wahr, sich von den fünf Bildern zu "verabschieden". Die Österreichische Galerie verzeichnete einen noch nie registrierten Besucheransturm, der nur durch eine Blockabfertigung in den Griff gebracht werden konnte.

"Das kann sehr schnell gehen"

Die Bilder wurden danach abgehängt und von Restauratoren noch einmal untersucht. Dann wurden die Bilder fachgerecht verpackt.

"Wir wissen noch nicht, wann und von wem sie abgeholt werden, das kann aber sehr schnell gehen", hieß es damals von Museumsdirektor Gerbert Frodl.

Entscheidung des Ministerrats

Der Ministerrat hatte entschieden, dass Österreich die Klimt-Bilder "Adele Bloch-Bauer I", "Adele Bloch-Bauer II", "Der Apfelbaum", "Buchenwald/Birkenwald" und "Häuser in Unterach am Attersee" nicht ankauft.

Die Republik sehe keine Möglichkeit, aus dem Budget 300 Millionen Dollar - das ist der geschätzte Preis für alle Bilder - aufzubringen, teilte die zuständige Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (ÖVP) damals mit. Diverse Rückkaufaktionen von anderer Seite waren bisher nicht von Erfolg gekrönt.

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